56. Mitgliederinformation

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Liebe Vereinsmitglieder, liebe sonstige Vereinsförderer,

gar nicht so einfach nach 30 intensiven und erfolgreichen Tagen in Sri Lanka wieder in den Deutschen Alltag einzutauchen. Wetter mäßig – wir hatten stets > 30 Grad und ganz wenig Regen – haben wir ja wohl im stürmischen und nassen „Germany Februar“ nichts verpasst. Das mit dem Corona ist ja überall und wir haben den Eindruck, dass Sri Lanka da mit seinen weitreichenden Kontakten mit China schneller und intensiver reagiert hat. Bisher nur ein gemeldeter Fall und der war dann auch „nichts“. Diese Mitgliederinformation soll sich aber unserem Aufenthalt in Sri Lanka und dabei natürlich den „Rosenkinder“ Projekten widmen. Kurz gesagt, es war viel, viel erfolgreich und wenig ist offen geblieben. Dazu jetzt in der gewohnten Reihenfolge:

1.1. Laufendes Projekt „Rosenkinder“ Patenschaften in Zusammenarbeit mit dem Lions Club Aluthgama/Bentota

Wiederum haben wir uns bei den beiden großen Treffen mit unseren Patenkindern in Kotapola und im Briefgarden selbst übertroffen. Insgesamt haben wir 64 Kinder bzw. Elternteile von jetzt 68 Patenschaften getroffen. Allerdings haben wir jetzt wohl eine Obergrenze erreicht, die gerade noch von unseren ehrenamtlichen Helfern in Sri Lanka Chandani und Dooland vom Lions Club Aluthgama/Bentota zu managen ist. Auch wollen wir den persönlichen Kontakt zu unseren „Rosenkindern“ bei unseren jährlichen Besuchen nicht verlieren. Wenn es nach den Vorschlägen von unserem treuen Mönch Dr. Kirinde in Kotapola gegangen wäre, dann hätten es noch ein Dutzend mehr sein können. Zumindest so seine Vorschläge bei unserem Besuch. Wir sind mit unseren Rosenkinder-Patenschaften bis auf ein paar wenige Ausnahmen sehr zufrieden. Die Kinder/Jugendlichen waren engagiert, die Eltern unterstützten und wir sahen sehr gute Erfolge in Schule und Studium. Wie immer haben wir einzelne Kinder auch in ihrem persönlichen Umfeld besucht. Das gibt besondere Eindrücke. In einem Fall hat es aber auch zum Ausschluss aus unserer Förderung geführt. Nach Verwarnung schon im letzten Jahr und nicht erschienen zum Treffen und trotz Anmeldung zu unserem gesonderten Besuch Zuhause auch nicht angetroffen sahen wir keine Chance für eine weitere Förderung für den 14jährigen Samindu. Das Problem ist, wenn die Eltern, hier die Mutter gleichgültig ist und nicht unterstützt, dann kommen die Kinder in der Regel auch in der Schule nicht zurecht. Wir haben aber 2 weitere Kinder zuhause besucht. Da sah es dann ganz anders aus, auch wenn diese Familien auch sehr schwierige Schicksale hatten. So wie die 18 jährige Piyumi aus ärmsten Verhältnissen nun ein Studium aufnimmt und noch mehr die 20jährige Sakuni mit 2 Geschwistern, einer geistig behinderten Mutter und der Vater sich ausschließlich um die Mutter und die 3 Kinder kümmern muss. Das macht Mut und bestätigt unsere Linie.

1.2. Laufendes Projekt Förderunterricht im Anula Wijerama Children Home in Balapitiya in Zusammenarbeit mit dem All Ceylon Buddhist Congress (ACBC)

Wie in jedem Jahr waren wir wieder zu zwei Besuchen in „unserem“ Children Home in Balapitiya. Zuerst in kleiner Delegation zum Vorgespräch über die allgemeine Lage mit Matron und ehrenamtlichen Komitee und dann später mit unserer Reisegruppe zum „großen“ Empfang mit Vorführungen und insbesondere viel Kontakt zu den Mädchen. Das ist dann stets ein Höhepunkt der Reise für unsere mitreisenden Mitglieder. Zwischendurch waren wir dann noch in Colombo bei den Verantwortlichen von ACBC zur Koordination unserer Aktivitäten für das Heim. Diese Zweistufigkeit von Verantwortlichkeiten macht unsere Kinderheimprojekte transparent und besser steuerbar. Hinzu kommen dann die wichtigen internen Informationen, die wir über unsere Mitglieder Petra Gerlings und Ursel Kramer aufgrund deren regelmäßigen persönlichen Einsatz vor Ort erhalten. Alles in allem mit dem super Ergebnis, dass unser Kinderheim in Balapitiya zum „Besten“ Kinderheim an der West- und Südküste gekürt wurde. Diese Attraktivität hat allerdings auch dazu geführt, dass die behördlichen Stellen und Gerichte sehr gerne neue Mädchen nach Balaptiya schicken und daher aktuell mehr als 40 Mädchen dort betreut werden müssen. Das ist zu viel für die beiden Matrons Nilani und Sanjeewani. Daher muss eine dritte Matron kurzfristig her. Mit Mrs. Nilika der neuen Chefin aller ACBC Kinderheime und dem ehrenamtlichen Komitee sind wir schon seit ein paar Monaten im Gespräch und hoffen auf eine schnelle Lösung. Allerdings ist es auch in Sri Lanka nicht einfach, für vergleichsweise übliche niedrige Bezahlung sozialer Berufe engagierte Frauen zu finden. Die Mädchen sind aber wunderbar, insbesondere die 3, die gerade erfolgreich ihre mittlere Reife gemacht haben und ab Mitte des Jahres auf ein Abitur zusteuern. Das wäre ein toller Erfolg. Gerade versuchen diese total engagiert als Hilfslehrerinnen den kleinen Mädchen weitere Nachhilfe zu geben. Wir haben die 3 Mädchen ermuntert, auf jeden Fall im Heim zu bleiben und dort ihre schulische Karriere abzuschließen. Eine Rosenkinder Patenschaft wäre der Lohn. Leider führt die übliche Rückkehr in familiäre Kreise mit Erreichen des 19. Lebensjahr oft zu einem abrupten Ende schulischer Chancen. Wir geben nicht auf und unser engagiertes Team von 5 Lehrer/innen, den Matrons und das Komitee unterstützt uns gerne dabei.

1.3. Laufendes Projekt „Rosenkinder Hostel“ beim Vocational Trainingscenter Panadura im Zusammenarbeit mit dem All Ceylon Buddhist Congress (ACBC)

Unser diesjähriger Besuch im Rosenkinder Hostel in Panadura hat eine etwas zähe Vorgeschichte. Im letzten Jahr hatten wir aufgrund der Enge im Hostel und dem Mehrbedarf an Ausbildung über die Schaffung eines weiteren Schlafraums spontan entschieden. Die Finanzierung hatten wir gemeinsam mit einer notwendigen Renovierung der alten Räume schnell auf den Weg gebracht. Dann kam es aus nachvollziehbaren Gründen oder zum Teil auch administrativer Langsamkeit zu einigen Verzögerungen. Insofern waren wir dann doch sehr glücklich am 20. Februar 2020 den neuen Raum einweihen zu dürfen. Schließlich waren schon seit Anfang 2020 dreizehn Mädchen ins Hostel eingezogen und hatten ihre Ausbildung im Staatlichen Ausbildungszentrum gestartet. War ganz schön eng, denn der neue Raum durfte erst nach meinem Scherenschnitt genutzt werden. So sind da die Sitten. Außerdem sollten kurzfristig noch vier weitere Mädchen einziehen. Die Besichtigung fand statt während der Maler noch beschäftigt war. Wir waren jedoch zufrieden. Auch damit, dass neben dem den Textil- und Kosmetikberufen nun auch eine Kleinkinder bzw. Babybetreuung als neuer Ausbildungszweig im Ausbildungszentrum angeboten wird. Am meisten hat uns aber gefreut, dass unsere 13 Mädels sich nicht nur über unsere kleinen Geschenke gefreut haben, sondern auch ausgesprochen kommunikativ waren. Gute Aussichten.

Ein weiterer wichtiger Punkt unserer diesjährigen Reise war unser Wunsch, einen Praktikums- und/oder Arbeitsbetrieb der von uns ausgebildeten Mädchen aus dem Rosenkinder Hostel zum Beispiel als Näherin oder in der Textil-Qualitätskontrolle zu besuchen. Das wurde uns dann im Nachbarort Wadduwa auch ermöglicht.

Drei ehemalige Mädchen aus Panadura arbeiten da jetzt. Der Betrieb hat 365 Angestellte und ist staatlich zertifiziert von den Arbeitsbedingungen und Räumlichkeiten. Das ist übrigens auch Voraussetzung für den Einsatz von Mädchen aus den diversen Kinderheimen von ACBC bzw. unserem Hostel. Der Betrieb produziert für den amerikanischen Markt diverse Textilprodukte. Wir waren durchaus positiv überrascht über den Betrieb. Die Arbeitsbedingungen sind durchaus hart, aber die Räumlichkeiten modern sowie die Entlohnung ist im Vergleich zu unseren anderen Erfahrungen sehr ordentlich. Das kostenlos vom Betrieb den 3 Mädchen zur Verfügung gestellte Hostelzimmer war auch ganz ok. Also insgesamt durchaus ein beruhigender Besuch.

1.4. Laufendes Projekt – Unterstützung des Blinden- und Gehörlosen Kinderheims in Mahaweewa in Zusammenarbeit mit All Ceylon Buddhist Congress (ACBC)

Im letzten Jahr hatten wir erstmalig dieses besondere Kinderheim besucht. Es unterscheidet sich doch deutlich von den übrigen 16 Jungen- bzw. Mädchenheimen des ACBC. Einerseits sind dort sowohl Mädchen wie auch Jungen untergebracht und andererseits noch unterschieden nach blind und gehörlos von sehr jung bis zu maximal 19 Jahren. Da viele der Kinder auch noch am Downsyndrom leiden, eine richtige Herausforderung für die Verantwortlichen. Schön ist, dass auf dem riesigen Gelände – eine Schenkung eines sehr bekannten Malers in Sri Lanka vor vielen Jahrzehnten – auch noch eine Schule für die behinderten Kinder untergebracht ist. Genutzt auch von behinderten Kindern aus der Region. Insgesamt also eine beeindruckende Einrichtung, die diesem Fall auch wohl eine ordentliche finanzielle staatliche Hilfe erhält. Aber leider nicht ausreichend. Nahrungsmittel- und sonstige allgemeine Spenden sind notwendig und die Räumlichkeiten insgesamt sind sehr, sehr einfach, aber ordentlich und so sauber wie es in Sri Lanka in stets offenen Räumlichkeiten möglich ist. Wir werden am Tor schon von einem Musikzug der Kinder empfangen. Danach geht es dann in einen Klassenraum für drei Jahrgänge. Dieser ist von kurzer Hand zum Veranstaltungsraum umfunktioniert worden. Man zeigt uns stolz, was die Kinder seit letzten September in dem von uns finanzierten pädagogischen Musik- und Tanzunterricht gelernt haben. Das war schon überaus eindrucksvoll. Es gab einige Reden, die obligatorische „Oil Lamp“, natürlich den National Song von Sri Lanka und eine für uns sehr bewegende Überreichung unserer Geschenke mit sehr persönlichen Kontakt zu den Kindern. Nebenbei waren für unser zweites Projekt noch ein Professor und ein weiterer Lehrbeauftragter der nahen Universität geladen. Es geht darum, einen Garten auf dem riesigen Gelände einzurichten. Einerseits ein Integrationsprojekt der Heimkinder mit Studenten und Praktikanten der Universität und andererseits als dauerhafte Einnahmequelle durch den Verkauf der so erzeugten Produkte. Mit einer Pilzfarm soll es losgehen. Das ansonsten brachliegende Gelände muss erst einmal intensiv gereinigt und aufgearbeitet werden. Wir treffen engagierte neue Helfer und insbesondere einen sehr effektiv und effizient arbeitenden Organisationschef der Einrichtung – Mr. Wije. Wir sind schon heute sehr gespannt, was wir bei unserem nächsten Besuch hier vorfinden werden. Besonders eindrucksvoll ist natürlich der Kontakt mit den Kindern und die Freude, die wir machen und die uns zurück gespiegelt wird.

2.1. Sonstige Projektvorhaben – Neues „Rosenkinder-Hostel“ in Payagala

Über den aktuellen Projektstand in unserem „Rosenkinder“-Hostel“ in Panadura habe ich ja zuvor bereits ausführlich berichtet. Wir sind stolz auf diese Einrichtung, aber die Führung vom All Ceylon Buddhist Congress ebenso. So etwas als vernetztes Projekt zwischen Kinderheimen, Hostel, Staatlichem Trainingscenter und der Übergang der Mädchen in den gesicherten Beruf gibt es ansonsten nicht in Sri Lanka. Anreiz genug, dass wir uns vor ein paar Jahren bereits Gedanken über ein 2. Hostel gemacht haben. Dies für Jungen und dies für die besonders gesuchten Berufe im Hotelgewerbe. In diesem Jahr hatten wir dann die Gelegenheit die potentielle neue Örtlichkeit zu besuchen – Das ACBC – Pambe Jayanthi Child Development Center für Jungen in Payagala. Dies besuchten wir und erlebten ein sehr gut geführtes Haus, rund 30 entzückende Jungs und insbesondere einen sehr engagierten Heim-Manager. Dieser hat den Ehrgeiz, sich wohl mit dem Aufbau eines Hostels an der Stelle ein Lebenswerk zu schaffen. Die Vize-Präsidentin aller ACBC Kinderheime und der Vize-Präsident für Ausbildung beim ACBC begleiteten unseren Besuch. Wir sahen einen großen Gebäudekomplex mit einem sehr gut ausgestatteten und vorbildlich betriebenen Heim. Da hinter, etwas höher gelegen, ein ungenutztes weiteres Gebäude, frei für unser 2. Hostel. Natürlich sind erhebliche Aufräumarbeiten, Renovierungen und insbesondere Schaffung eines ausreichenden Sanitärbereichs notwendig. Aber nach unserer Erfahrung in Panadura überschaubar. Rechts davon ein weiteres Gebäude wie geschaffen als Staatliches Ausbildungszentrum für Hotelberufe. Daran leidet allerdings aktuell der Projektfortschritt. Da es im Bezirk schon ein Ausbildungszentrum gibt, tut man sich schwer hier ein zweites zu eröffnen, auch wenn der Bedarf an ausgebildeten Jungen fürs Hotelgewerbe hier an der touristischen Westküste sehr groß ist. Man versicherte uns aber, alles dafür zu tun was möglich ist, um vielleicht schon im nächsten Jahr hier ein Hostel eröffnen zu können. Wir sind gespannt und bleiben am Ball.

2.2. Sonstige Projektvorhaben und „Rosenkinder“ Erlebnisse

Ich könnte nun noch ausführlich über einige weitere Vorhaben und Erlebnisse rund um unsere diesjährige Reise ins Land der „Rosenkinder“ berichten. Drei davon sind in besonderer Erinnerung geblieben. Natürlich haben wir während unserer Rundreise und Aufenthalt in Kandy auch „unsere“ Tanzschule in Amunagama besucht. Investiert haben wir dort aktuell nichts, aber der Dank und die Freude über den von uns finanzierten Holzfussboden war noch groß wie auch das wetter- und affenfeste neue Dach. Inzwischen auch zusätzlich isoliert gegen die landes-typische Sonne, damit die tropischen Temperaturen beim Tanztraining nicht zu heiß ausfallen. Belohnt wurden wir wieder mit einer tollen einstündigen Show.

Dann waren wir noch Ehrengäste auf dem zentralen Sportfest aller 17 Kinderheime vom ACBC in Colombo. Natürlich trafen wir dort auch die Mädchen und Jungens aus Balapitiya, Mahaweewa und Payagala wieder. Insgesamt eine riesige Veranstaltung mit rund 400 sportlichen Kindern aus allen Heimen. Sport-Wettbewerbe fanden statt, Vorführungen in Takwando und Massentänze, auch Reden, eine Parade und insbesondere große Preisverleihung. Toll war aber die unglaublich fröhliche Kinderschar.

Vor hatten wir auch unser Projekt im Norden von Sri Lanka, im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet, zu besuchen. Das musste leider kurzfristig abgesagt werden. Grund war nicht, dass das Projekt nicht fertig wurde, sondern dass das betreuende Militär an dem vorgesehenen Tag in die Hauptstadt einbestellt wurde. In das Gebiet kommt man allerdings nur mit militärischer Begleitung hinein. Immerhin trafen wir dann doch noch im Briefgarden Captain Mahesh (Bild Mitte), den dortigen Projektverantwortlichen. Vor Ort war man traurig, dass unser Besuch ausgefallen ist, aber wir versicherten, im nächsten Jahr holen wir das nach und kommen bestimmt.

…und vieles mehr ……….davon in Wort, Bild und Videos auf unserer Mitgliederversammlung

Aber – „wir“ hatten natürlich auch Urlaub und viele andere schöne Erlebnisse in Sri Lanka 2020!

3. Wie geht es weiter!?

Wie bereits angekündigt sind wir mitten drin in der Planung und Vorbereitung unserer 14. Mitgliederversammlung am 26. April 2020 um 17:00 Uhr im Restaurant von Stamm in Uetersen. Die offizielle Einladung dazu mit den üblichen und notwendigen Unterlagen geht in ca. 14 Tagen raus. Aber unbedingt bzw. möglichst den Termin schon mal blocken. Es gibt – wie gesagt – viel zu berichten und wir starten auch bereits mit der Vorbereitung der nächsten Reise nach Sri Lanka 2021. Da haben wir etwas Besonderes/Neues vor.

Bis dahin

Dieter Kaske