Sri Lanka Reise 2017 – Zurück zu den „Rosenkinder“-Projekten

  • Team 

Der „dunkle“ Winter 2016/2017 macht es überdeutlich. Besser schnell ins Land der „Rosenkinder“. Nach dem Jubiläumsjahr 2016 ist der seit 13 Jahren übliche Besuch überfällig; und wir reisen natürlich erneut nicht allein. Mit uns sind erstmalig in Sri Lanka unsere neue Schriftführerin Katharina mit Michael sowie Monika und Rieke. Als „Wiederholer“ wieder gern mitgenommen Michaela, Renate, Hans-Peter und unser Frankreich-Beauftragter Jean-Paul.

Der Vorstandsverbund macht sich vorab am 16. Februar 2017 auf die Reise und der Rest soll am 23. Februar 2017 folgen. Grob gesagt in der ersten Woche die Projekte, dann in der zweiten Woche eine kleine Rundreise und danach noch rund 2 Wochen Ayurveda etc. am Strand von Beruwala. Eigentlich für die regelmäßigen Verfolger unserer Aktivitäten vor Ort nichts Neues!? Aber Sri Lanka ist ja bekanntlich nie langweilig und für jede Überraschung gut.

Neu in diesem Jahr soll aber die Berichterstattung unserer Erfahrungen und Eindrücke rund um die Projekte sein. Es gibt nicht das übliche Tagebuch. Der Vorstand hat sich in diesem Jahr die Arbeit geteilt. Ich übernehme vorab den separaten Bericht zum Stand unserer Projekte und Vorstandsmitglied Katharina berichtet später in Wort und Ton über Ihre Eindrücke zu Land und Leuten aus der Sicht ihrer ersten Reise ins Land der „Rosenkinder“. Also fange ich dann mal an.

Der aktuelle Stand unserer Projekte

Überblick:

Es bleibt dabei, das Projekt unserer Patenschaften für einzelne Kinder hat weiter einen Aufwärtstrend und viele mentale Höhepunkte und auch mal kleine Rückschläge. Von Anfangs 6 Kindern haben wir jetzt die 60er Marke erreicht. Dank Chandani und Dooland vom Lions Club Aluthgama/Bentota alles transparent, unmittelbar, aber inzwischen sehr, sehr aufwendig. Daher macht sich der Club auf die Suche nach administrativer Verstärkung.
Unser Children Home in Balapitiya hat sich dank der vor Ort Einsätze von Petra und Ursel (wir berichteten regelmäßig) von einer globalen Unterrichtsunterstützung bei der schulischen Weiterentwicklung der Mädchen entwickelt plus individueller Hilfe/Förderung einzelner Mädchen. Das neue Komitee, gewählt Ende 2016, hat uns sehr gefallen. Das Dreiecksverhältnis von uns direkt zum Heim in Balapitiya und zu unseren administrativen Verwaltern vom All Ceylon Buddhist Kongress bedarf gerne noch einer kommunikativen Verbesserung, allerdings eher unter den Sri Lanka-Beteiligten.

Der ACBC hat jetzt unser „Rosenkinder-Hostel“ in Panadura von der Betreuung separiert. Schauen wir mal, wie das klappt. Der erste Eindruck stimmt uns hoffnungsfroh. Richtig froh sind wir und die Verantwortlichen der Tanzschule in Amunagama, dass auf dem neuen Holzfußboden – finanziert aus Sondergeldern – jetzt leicht schwingend und gelenk- und muskelschonend getanzt wird. Alles andere nun im Detail:

Unsere Patenschaften zusammen mit dem Lions Club Aluthgama/Bentota

Besuch bei „Rosenkind“ Dilki und Schwester Chalani im häuslichen Umfeld in Gronagalpura. Ehrlich gesagt, es war sehr ernüchternd. Dilki war bis vor einem Jahr noch in unserem Children Home in Balapitiya und schulisch und persönlich auf einem sehr guten Weg zum a-Level (Abitur). Mit 18 hat sie – auf eigenen Wunsch?? – dieses verlassen und ist zurückgekehrt zur Familie. Dazu lässt sich viel erzählen, aber im Ergebnis hat das Mädchen ihre Selbstsicherheit verloren.

Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse des Examens im August diesen Jahres. Die kleine Schwester (10 Jahre) hat sich zwar in der Schule (6. Klasse) leicht verbessert, hat aber noch immer eine sehr instabile Gesundheit. Leider hat sie auch ihr stetiges Lächeln verloren. Vielleicht zeigt schon das Bild, die schlechten Voraussetzungen hier im häuslichen Umfeld, angefangen bei den nicht engagierten Eltern. Zwei Mädchen auf Bewährung unter schwierigsten Bedingungen.

Besuch bei Familie Fernando mit Chandani in Colombo. Hier leben Anjali (16 Jahre) und Nethmi (13 Jahre). Heute ist der erste Todestag vom Vater, ein großer familiärer Gedenktag. Die Mutter hat auch noch vor einer Woche ihre Arbeit verloren; ist aber gut qualifiziert, um so schnell wieder Geld für den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Es gibt noch einen älteren Bruder, ein jugendlicher Kricket-Star, der durch seine Begabung auch eine spezielle Förderung erhält. Die Familie ein Spiegelbild des sozialen Umfelds bei sozialen Katastrophen. Vom Staat gibt es kein Geld. Die Firma des verstorbenen Vaters hat eine Schlusszahlung gemacht, so dass zumindest die kleine Wohnung in Renovierung in einem gut bewohnbaren Zustand ist.

Ajali hat gerade ihr o-level (mittlere Reife) gemacht. Ergebnisse zu bekommen dauert in Sri Lanka, und sie übt schon mal für die a-level-Prüfung später. Sie war stets eine gute Schülerin mit dem Lieblingsfach Wirtschaft. Die kleine Schwester Nethmi geht in die 9. Klasse und war zuletzt Nr. 20 von 50 Schülern. Insgesamt hat die Schule acht 9. Klassen mit je 50 Schüler. Eine Situation der Großstadt Colombo geschuldet. Sie hat auch die Sportbegabung des Bruders, war beste Athletin 2013 in ihrer Schule. Insgesamt eine Fördersituation mit viel Hoffnung.

Wir besuchen dann auch noch Harsha (8 Jahre) und Danuka (6 Jahre) sagen wir mal am Ende der Welt. Zumindest kam uns die Fahrt dorthin bei einsetzender Dunkelheit so vor. Auch da ist der Vater vor Kurzem mit 39 Jahren verstorben (chronisches Herzleiden) und die Mutter jetzt mittellos. Die Familie lebt im Haus der Schwiegermutter zusammen mit der Familie des Bruders des Verstorbenen. Alles sehr eng, aber noch sehr freundlich. Gerade war man angefangen neben der Lehmhütte das Fundament für ein Betonhaus zu erden, da schlug das Schicksal zu. Harsha geht in die 4. Klasse und mag Mathe, Dhanuka seit kurzem in die 2. Klasse und mag den Spielplatz. Insgesamt eine Rosenkinder-Soforthilfe mit einer guten Chance für die Zukunft dieser Familie.

Wir besuchen noch 3 weitere Familien im Laufe unserer Reise mit guten Erfahrungen. Berichten wollen wir aber jetzt schwerpunktmäßig von unseren Besuchen in Kotapola und im Briefgarden mit dem Treffen fast auch aller anwesenden Förderkinder in den beiden Regionen. Insgesamt sehen wir im wunderbar gelegenen Tempel hoch auf dem Berg in Kotapola 31 „Rosenkinder“ an diesem Sonntag im Alter von 7 bis 23 Jahre. Eine Region am Rande des Sinharaja Regenwaldes, wunderschön gelegen. Abseits der Touristenströme, ein sehr gutes Fördergebiet insbesondere durch Dr. Kirinde, dem liebenswerten Mönch in dieser Region. Mit uns sind auch Chandani, Nandani, Paddy und Dooland von dem uns unterstützenden Lions Club. 2 ½ Stunden Gespräche mit Kindern, Eltern sind zu absolvieren und es klappt alles wunderbar. Zuerst die 8 Kinder, die seit Mitte 2016 oder jetzt gerade seit Anfang 2017 eine Förderung erhalten. Hier im Kurzdurchgang:

  • Sayumi – 9 Jahre, 4. Klasse, keine Mutter, eine kleine Schwester
  • Vijitha – 13 Jahre, 9. Klasse, 2. Platz, beide Eltern taubstumm
  • Nimina – 11 Jahre, 7. Klasse, 5. Platz, Junge hat chronische Herzprobleme, demnächst OP
  • Rukshika – 17 Jahre, sehr gutes o-level, Mädchen mit besten Voraussetzungen, Eltern arm
  • Achini – 19 Jahre, a-level geschrieben, noch keine Resultate, Vater verstorben, Mutter arm
  • Dumidu – 5 Jahre, 1. Klasse, Vater Arbeiter, 1 kleine Schwester, kein eigenes Haus, arm
  • Navithu – 6 Jahre, 2. Klasse, Familie sehr arm, 1 Bruder 5 Monate
  • Chesika – 15 Jahre, 11. Klasse, jetzt o-level, 2 Geschwister, unregelmäßiges Einkommen

Dann folgten die Gespräche mit den schon länger geförderten „Rosenkindern“. Insgesamt alle mit befriedigendem bis sehr gutem Verlauf. Dr. Kirinde ermuntert Eltern und Kinder regelmäßig und ist eine „feste Bank“ für unseren Erfolg hier in der abseits gelegenen Region. Unsere Lions Freunde sind auch sehr zufrieden wie unsere Mitreisenden. Hier jetzt 3 Kinder davon als Beispiele:

Zuerst einmal Nishani, 18 Jahre. Das einzig noch verbliebene Rosenkind der 1. Stunde, das seit jetzt fast 10 Jahren gefördert wird. Mutter verstorben, Vater in der Folge geflohen und lebt seither bei der Schwester der Mutter.

Von Jahr zu Jahr verbessert, zuletzt immer Klassenbeste und nimmt jetzt nach sehr gutem a-level im August ihr Medizinstudium auf. Dasuni, 11 Jahre, geht in die 6. Klasse mit dem Lieblingsfach Englisch. Nach der Geburt von Dasuni ist der Vater verschwunden. Der Bruder Harsha wurde auch bis zum a-level von uns gefördert. Im letzten Jahr hatten wir nachfragt, was er denn nun aktuell macht. Das war noch nicht überzeugend und wir haben gedrängelt bzw. uns unzufrieden gezeigt. Jetzt arbeitet er als technischer Angestellter und unterhält so finanziell Schwester und Mutter. Mali, 13 Jahre geht in die 9. Klasse und ist Klassenbeste mit dem Lieblingsfach Naturwissenschaften. Der Vater ist ein einfacher Hilfsarbeiter, die Mutter Hausfrau und sie hat noch 3 jüngere Schwestern. Insgesamt 3 gute Fördersituationen.

Unser jährliches Treffen im Briefgarden mit den Rosenkindern in dieser Region ist ein weiterer und fast schon der letzte Höhepunkt unserer diesjährigen Reise. Briefgarden bedeutet, ein kleines Museum verbunden mit einem wunderschönen botanischen Garten im Hinterland der Westküste. Verwaltet von Dooland de Silva, gleichzeitig unserer Hauptbetreuer der Patenschaften hier im Hinterland der Westküste. Er hat 17 Kinder geladen und es sind 16 Kinder dann auch anwesend, jeweils begleitet von einem Elternteil. Ein Tisch vorne, mehrere Stuhlreihen davor und das Treffen mit den Kindern kann beginnen. Einzeln treten die Kinder vor, zeigen den Schulnachweis und das Sparbuch speziell für unsere Fördergelder angelegt vor. Alle 16 anwesenden Kinder haben sich verbessert in der Schule oder sind zumindest auf dem gleichen Rang in der Klasse geblieben. Besonders freuen wir uns über die Leistungen der beiden geförderten Kinder der alleinstehenden Mutter Roshini. Eine Familie aus ärmsten Verhältnissen, Vater verstorben 2 Wochen vor der Geburt des jüngsten Kindes. Die beiden anderen (Dilini – Mädchen 14 Jahre und Samindu – Junge 11 Jahre) verbessern sich in der Schule von Jahr zu Jahr und Dilini ist schon auf dem 4. Rang in ihrer Klasse angelangt. So wird aus einer anfänglichen globalen Familienförderung aus ärmsten Verhältnissen eine erfolgreiche Schulkarriere. Nachdem die Kinder den Briefgarden verlassen haben, verbleiben wir noch zum Dinner und genießen zuerst den Sonnenuntergang hier im Park. 4 Praktikantinnen von Dooland sind auch anwesend. Sie lernen dabei die einzigartige Botanik hier kennen und zu pflegen und helfen auch manchmal bei Gästen mit aus. Aus einem Dialog mit den Mädchen entwickelt sich der Wunsch nach einem Lied zur Abendstunde. Zu unserer großen Überraschung studiert eines der Mädchen im Fernstudium traditionelle Musik. Allerdings kann sie aus Geldmangel nicht die 4 kostenpflichtigen jährlichen Examensarbeiten schreiben. Ihre wunderbare Stimme ist so klar und melodisch, dass wir ihr spontan eine Patenschaft zur Begleitung des 4jährigen Studiums anbieten. Zur Finanzierung des Studiums und der Examensarbeiten reichen unsere regelmäßigen monatlichen Zahlung aus. Für das Mädchen ist es wie ein Gewinn im Lotto zu später Stunde und für uns ein wunderbarer Abschluss der Begegnungen unserer Patenschaften in diesem Jahr.

Mädchen Förderprojekte in Zusammenarbeit mit dem All Ceylon Buddhist Congress (ACBC)

Zu unseren regelmäßigen Aktivitäten hier in Sri Lanka gehört auch stets ein Treffen mit den Projektverantwortlichen vom ACBC, unsere administrativen Ansprechpartner. Treffpunkt ist die Zentrale von ACBC, mitten im Regierungsviertel von Colombo. Kein Prachtbau, sondern recht bescheiden. Hier werden auch behinderte Menschen in die Verwaltung als Angestellte eingesetzt und so integriert. Die Hauptverantwortlichen (Präsidenten, Vizepräsidenten bzw. Sekretäre) der vielen unterschiedlichen Abteilungen von ACBC arbeiten „alle“ ehrenamtlich. Das führt in Praxis dann manchmal zu Kommunikationslücken etc. bei manchmal vielen Beteiligten. Diese sollen heute auch besprochen und dann vielleicht beseitigt werden. Unsere beiden ACBC-Projekte werden jetzt von unterschiedlichen Verantwortlichen geleitet. Auf der einen Seite die Kinderheim-Projekte von Mr. Lakshman und Gefolgschaft und auf der anderen Seite die Ausbildungsstätten von Mr. Ganage mit eigener Gefolgschaft. Mr. Ganage ist heute verhindert und wird von seinem Vize vertreten. Insgesamt tauschen wir uns mit 5 Verantwortlichen über offene Fragen und Probleme aus. Der neue Stundenplan für Balapitiya wird genehmigt, ein geplanter Ausflug der Mädchen und dem ACBC bieten wir generell für besonders talentierte Jugendliche aus den Heimen in der Region unser Patenschaftsmodell als Einzelförderung nach Verlassen der Heime an. Wir sprechen noch über die Sicherheitsprobleme in Panadura, die dazu geführt haben, dass im 2. Halbjahr 2016 zwei Mädchen „geflohen“ sind. Uns wird versichert, dass entsprechende Maßnahmen eingeleitet sind und nun ein geregelter Betrieb wieder erfolgt. Wir vereinbaren noch je einen Besuch in Balapitiya und Panadura. Die heute anwesenden Verantwortlichen wollen auch gerne dabei sein.

Üblich ist auch im Vorfeld der „offiziellen“ Besuche bei den Mädchen in Balapitiya ein Treffen mit dem Komitee, in diesem Fall einem neu gewählten Komitee. Das war auch nötig, denn zuletzt war die Kommunikation aber insbesondere die Zuverlässigkeit einiger Mitglieder nicht immer optimal. Das ehrenamtlich tätige Komitee ist zuständig für die Verwaltung des Hauses und auch für die Integration der Mädchen nach Verlassen der Einrichtung. Vier davon sind speziell für uns Hauptansprechpartner. So fahren wir mit Vorstandsmitglied Katharina zu ihrem ersten „Vor-Besuch“ nach Balapitiya, wo dann natürlich nicht nur das Komitee anwesend ist, sondern auch die aktuell 25 Mädchen. Diese gilt es natürlich zuerst zu begrüßen. Immer besonders bewegend das Wiedersehen bzw. das Kennenlernen neuer Mädchen. Ganz besonders interessieren uns auch unsere beiden Mädchen Supumali und Chaja, die wir wegen Misshandlung durch die Eltern und großen Entstellungen der Haut dadurch regelmäßig medizinisch behandeln lassen. Daneben gelang uns auch die bessere Eingliederung in Schule und Gemeinschaft, was sehr erfolgreich klappt und die Mädchen sehr positiv verändert hat. Natürlich ist auch der neue Stundenplan ein wichtiger Gesprächsinhalt. Es geht darum, den gemeinsamen Mathematikunterricht von Samstag auf die Woche zu verteilen und in zwei Gruppen aufzuteilen. Wir wollen den Mädchen dadurch auch einen freien Samstag gönnen und den Unterricht altersgerecht aufteilen. Hier soll uns das Komitee schnell zwei Besetzungsvorschläge unterbreiten. Defizite gibt es auch im Kunstunterricht in der Schule, der gemäß Aussage ein wichtiger Bestandteil der o-level Prüfungen ist. Auch hier will uns das Komitee einen Vorschlag machen. Dass in der neuen Zusammensetzung des Komitees auch einige Schulleiter bzw. Stellvertreter sind, wird die Suche hoffentlich erleichtern. Neu ist auch der Chairman Mr. Upali Dodamagoda als Hauptverantwortlicher, ein Rechtsanwalt und auch die Treasurerin Mrs. Yamuna, eine bestimmt buchhaltungserfahrene Hausfrau. Geblieben sind als unsere Hauptansprechpartner Mrs. Asitha Abrew als Secretary und Mr. Jagath de Zoysa als verantwortlicher Organisator unseres Projekts. Wir sind zufrieden, auch wenn die Tochter der Mrs. Treasurer bei der Übersetzung von der Muttersprache ins Englisch kräftig unterstützen muss. Dies geschieht übrigens auch durch die Tochter von Jagath bei meinem regelmäßigen Mailverkehr im Laufe eines Jahres. Egal, es klappt jetzt scheinbar besser als mit dem alten Komitee und wir sind zufrieden. Wir besprechen noch den Wunsch der Mädchen nach einem kleinen Ausflug über 3 Tage. Es soll nicht nur der Besuch von buddhistischen Stätten im Mittelpunkt stehen, sondern auch Besuche im Elefanten Nationalpark und an der wunderschönen Küste im Süden des Landes. Man verspricht uns einen Vorschlag bis zum geplanten offiziellen Besuch hier mit allen Mitgliedern auszuarbeiten. Kurz wird noch das weitere Programm für diesen Besuch angesprochen und dann verabschieden wir uns zufrieden vom Komitee und natürlich auch von den Kindern.

Besuch des Rosenkinder Hostels und Vocational Trainingscenter in Panadura

Die Mädchen sind natürlich jetzt am Morgen beim Unterricht. Insofern besuchen wir diese zuerst im angrenzenden Trainingscenter. Hier herrscht Hochbetrieb mit vielen Mädchen und auch ein paar jungen Frauen. Die Abteilungen Kosmetik und Friseur sind sehr gut besucht. Alles hier ist alles hochprofessionell und mit bester Ausstattung, auch nach unseren deutschen Ansprüchen. Unsere 6 geförderten Mädchen finden wir in den Abteilungen Schneidern und Qualitäts-sicherung in Textilfabriken. Auch hier wird sehr aktiv gearbeitet. Für ein Gruppenbild an Ort und Stelle ist noch Zeit. Ein paar Bonbons für alle Auszubildenden werden gerne genommen, denn die sind sehr begehrt und vergleichsweise teuer in Sri Lanka. Danach verabreden wir uns mit unseren Mädchen in der baldigen Pause und besichtigen zuvor noch unser „Rosenkinder-Hostel“ im Erdgeschoss des Gebäudes. Dort lernen wir die neue Betreuerin kennen, die nach dem ungeplanten Verschwinden von 2 Mädchen jetzt neu die Kontrolle und Aufsicht übernommen hat. Der erste Eindruck ist: die Räumlichkeiten im Hostel sind jetzt noch sauberer und gepflegter. Es ist sogar ein Fernseher zur Unterhaltung vorhanden. Wir diskutieren über die Sinnhaftigkeit der Installation eines Computers zusätzlich. Die wird gesehen und wir wollen diesen gerne finanzieren. ACBC wird uns einen Kostenvoranschlag einreichen. Dann ist Pause auch für uns und es gibt Tee und die sonstigen Kleinigkeiten im Hauptgebäude des angrenzenden Children Home in Panadura werden gereicht. Wir erfahren, dass sich für das 2. Halbjahr 2017 schon 10 Mädchen angemeldet haben. Wir fragen noch, warum unsere Mädchen nur die beiden Nähkurse besuchen. Dies hat nach Erläuterung den Grund, dass für Kosmetik und Friseur ein Praktikum außerhalb des Trainingscenter notwendig ist. Das ist für die Heimkinder nicht erlaubt bzw. kann dort die notwendige Aufsicht nicht erfolgen. Das ist einsehbar. Dann erscheinen auch „unsere“ 6 Mädchen für ein kurzes Gespräch in ihrer Pause:

  • Ganga – 19 Jahre – ACBC Children Home Rathnapura
  • Rupika – 18 Jahre – ACBC Children Home Embilipitiya
  • Saroja – 17 Jahre – ACBC Children Home Wellawatte/ Colombo
  • Geethika – 17 Jahre – ACBC Children Home Kegalle
  • Rupika – 17 Jahre – ACBC Children Home Henne
  • Anne Niroda – 16 Jahre – ACBC Children Home Runmuthugala

Die Übersicht zeigt auch, dass ACBC bei ihrer Auswahl Waisen-Mädchen aus allen seinen 14 Mädchen Kinderheimen landesweit zurückgreift. Sehr wichtig ist auch, dass das jeweils zuständige örtliche Komitee nach erfolgreicher Ausbildung Arbeitsstellen für die Mädchen sucht. Bisher wurde dies auch immer geschafft und uns gegenüber dokumentiert. Dann gibt es noch ein paar mitgebrachte Geschenke für Kosmetik und Pflege der Mädchen zu verteilen und das obligatorische Gruppenbild mit allen Beteiligten steht an. Dabei werden die Kameras fast aller Anwesenden genutzt, denn jeder, auch die Offiziellen, möchten eine Erinnerung an den Vormittag in Panadura behalten. Wir machen uns zufrieden auf den Rückweg nach Beruwala.

Besuch des Anula Wijerama Children Home in Balapitiya

Für diesen jährlich üblichen Besuch der Mädchen in Balapitiya, bedarf es als Vorbereitung nicht nur eines Treffens mit dem Komitee – wie bereits erläutert, sondern: Alle Mädchen erhalten von uns auch jährlich ihre Sri Lanka Neujahrs Kleidung. Üblich ist es das neue Jahr mit neuer Kleidung zu beginnen. Dies ist ein sehr wichtiger Tag im Jahr und üblich zum Vollmondtag im Monat April. Stets übernommen von den Eltern oder der Familie. Wenn aber keine Eltern da sind oder diese mittellos sind, übernehmen wir diesen Dienst gerne. Insofern fährt ein Vorauskommando aus den mitgereisten Mitgliedern nach Ambalangoda, um dort Nilani, die Leiterin des Children Home, den neuen Chairman und eine Hand voll der Mädchen zu treffen. Dann wird gemeinsam kräftig eingekauft. Für den Manager des Ladens ein gern gesehenes Geschäft, welches aber für uns auch mit einem in jedem Jahr neu zu verhandelnden Rabatt belohnt wird. Nilani erstaunt uns stets dabei mit ihrer Kenntnis über Kleidergröße, Geschmack und Lieblingsfarbe aller 25 Mädchen. Es ist also alles vorbereitet, als wir uns am Sonntag Nachmittag mit kompletter Mannschaft auf den Weg nach Balapitiya machen.

Gerne immer ein paar Minuten zu spät treffen wir dann in Balapitiya ein. Allerdings werden wir erneut am Tor von den Mädchen und 5 aus Colombo pünktlich angereisten Projektverantwortlichen vom ACBC erwartet. Es gibt für uns je einen Blumenstrauß und Betelblätter als Zeichen der Anerkennung für die von Fern angereisten Gäste. Dann marschieren wir gemeinsam hinter den kostümierten und musizierenden Mädchen hin zum Haupthaus. Erst mal ausruhen im Vorraum. Danach steht die gemeinsame Besichtigung von Haupthaus, den Schlaf- und den von Vereinsmitglied Petra sanierten Sanitärräumen und der Unterrichtsräume an. Wir sind sehr erfreut, dass die Unterrichtsräume im Vergleich zu unserem Vorbesuch jetzt unterrichtsgemäß möbliert sind und insbesondere die vielen kaputten Computer und Teile entfernt worden sind. Dann gibt es noch eine kurze Unterredung von mir mit mit dem Chairman über die geplante Reise der Mädchen. Tatsächlich bekomme ich einen Ausdruck über die gewünschte Reiseroute. Der Kostenvoranschlag liegt allerdings noch nicht vor und soll nachgereicht werden. Auch die Auswahlvorschläge für die gewünschten neuen Mathematiklehrer liegen noch nicht vor, wie auch für das Fach Kunst. Also Erledigung dann später auf dem Mailwege oder durch Vereinsmitglied Petra, die erneut Mitte April nach Sri Lanka reist. Die Mädchen sind schon in Vorfreude darauf. Petra wird die Mädchen auch auf ihrer Reise begleiten. Das Geld für die Reise liegt aus einer Sonderspende bereits vor. Dann werden wir in die „Stage Halle“ gebeten, der Vorführungsraum im Children Home. Ein umfassender Ausbau/Umbau und mit Spenden aus Holland renoviert und finanziert. Eigentlich nicht das Notwendigste hier am Ort, allerdings heute gern gesehen, weil es draußen sehr, sehr heiß ist und es dort immerhin Ventilation gibt. Das Programm kann beginnen! Eines der älteren Mädchen führt in Englisch durch das Programm. Zunächst ein gemeinsam gesungenes Gebet und darauf den Sri Lanka Nationalsong heute vielstimmig nur gesungen und nicht vom Band. Dann folgt das obligatorische Anzünden der Öllampe. Für solche Veranstaltungen unverzichtbar und mit kleinen Brandbeschleunigern ein wenig gefährlich im Wind der Ventilatoren. Anschließend eine Begrüßung auf Englisch durch den stellvertretenden Präsidenten von ACBC und dann in bunter Folge je eine Vorführung der Mädchen in Gesang, Tanz oder Theater. Dieses wird jeweils unterbrochen von Reden von ACBC

Verantwortlichen bzw. der Secretary vom Komitee und dann auch noch von mir. Bei der Gelegenheit überreiche ich Nilani, der Leiterin des Children Home noch den Rosenkinder Award, eine Ehrenmitgliedschaft bei den „Rosenkindern“, gern vergeben für nunmehr schon 10 Jahre tatkräftige Unterstützung vor Ort zum Wohl vieler Mädchen, die gegangen und gekommen sind. Die Urkunde wird stolz den übrigen Verantwortlichen gezeigt. Endlich und sehnlich erwartet dann das Überreichen der Geschenke. Zuerst die Neujahrsbekleidung für die Mädchen. Dann bekommen wir auch noch jeweils ein Geschenk, handgearbeitet von den Mädchen im Nähunterricht. Heute war etwas zu wenig Zeit für den persönlichen Kontakt mit den Mädchen. Dies ist der Anwesenheit der vielen Offiziellen aus Colombo vor Ort geschuldet, sowie dem umfangreichen Programm. Allerdings ist der Besuch aus Colombo für die örtlich Zuständigen neben unserer Anwesenheit auch sehr wichtig. Die Mädchen dürfen danach alleine die mitgebrachten Pizzen und das übrige Fingerfood genießen bei lauwarmer Sprite und Fanta. Wir sind aber zufrieden mit der neuen Organisation und den Verantwortlichen. Kann nur dem Wohl der Mädchen zu Gute kommen. Das ist natürlich weiter unser Hauptanliegen.

Neues Projekt für arbeitslose Jugendliche im Vocational Trainingscenter in Kande Vihara

Wir waren eigentlich ganz hoffnungsfroh, als wir im letzten Jahr mit unseren Helfern vom Lions Club im Trainingscenter speziell für hotelnahe Qualifikationen mit den Verantwortlichen von der Bezirksregierung und dem Ausbildungscenter sprachen. Wir vereinbarten damals einen einfachen Plan für einen Probebetrieb im Jahr 2016. Jetzt galt es, über die Ergebnisse und Chancen für einen Regelbetrieb mit Chandani vom Lions Club zu sprechen. Vom Ergebnis kann man sagen, die vereinbarte Konzentration auf arbeitslose Jugendliche aus einfachen Verhältnissen wurde von den Betreibern nicht eingehalten. Auch haben sich seit diesem Jahr die Bedingungen geändert. Der Staat übernimmt jetzt die Kursgebühren. Uns wird eine Liste von 25 Namen vorgelegt, die mit Essen versorgt werden sollen und 45 Namen, für die das Fahrtgeld finanziert werden soll. Es handelt sich dabei um alle Kursteilnehmer. Insgesamt monatliche Ausgaben von rund 1.000 Euro. Insgesamt sehr erhebliche Kosten ohne Transparenz und nicht für die von uns gewollte Zielgruppe. Wir beschließen gemeinsam den Probebetrieb 2016 nicht in eine dauerhafte weitere Förderung zu überführen. Dieses geplante Vorhaben entspricht nicht den Grundsätzen der Projektarbeit der Rosenkinder in Sri Lanka und wird daher eingestellt. Schade, war aber einen Versuch wert.

Besuch der Madyama Lanka Nrutya Mandalaya Dancing School in Amunugama bei Kandy

Die im letzten Jahr ausgefallene Besichtigung des neuen und von uns aus Sondergeldern finanzierten neuen Holzfußbodens wird jetzt nachgeholt. Wir machen uns auf die für Sri Lanka weite Reise nach Kandy von rund 200 km. 50% der Wegstrecke per Highway in 1 Stunde, den Rest in 3 Stunden auf der normalen Straße. Viel zu schauen und zu sehen, gerade für die Sri Lanka Neulinge in unseren Reihen.. Schließlich kommen wir nach einem Zwischenstopp bei einem historischen Höhlentempel bei Mrs. Prof. Waidyawathie Rajapaksha in Amunugama an.

Schon der Eintritt auf das Gelände gelingt jetzt über feste Stufen und nicht als Kletterpartie wie zuvor. Es zeigt sich insgesamt deutlich, dass hier in den 2 Jahren seit unserem letzten Besuch eine Menge erfolgreich gearbeitet wurde. Wir hören schon beim Eintritt Trommelklang und vielerlei Stimmen. Man übt noch für unseren angekündigten Besuch. Sehr herzlich ist die Begrüßung der Hausherrin. die jetzt im kommenden August für ihr Lebenswerk zum 75. Geburtstag geehrt werden soll. Die Renovierung ist zu 75% abgeschlossen, unser schöner neu Fußboden fast komplett. Es fehlt noch der letzte Abschliff und Öl zur Versiegelung. An dem zu 100% fertigen Holzfußboden auf der Bühne können wir erkennen, wie gut und professionell dies gelungen ist und dann auch im Trainingsraum klappen wird. Schließlich genießen wir von der Bühne aus eine persönliche Vorführung von 35 Schüler/innen im Alter von 5 bis 16 Jahren nur für uns. Sehr eindrucksvoll mit Trommeln, Zimbeln und Anweisungen von Waidyawathie und ihrem Neffen Anuka wird intensiv und engagiert 1 ½ Stunden getanzt. Die noch 74jährige Dame tanzt auch noch gerne den Schülern vor. Wir sind beeindruckt. Danach gilt es noch die zuvor organisierten kleinen Geschenke für die jungen Tänzer zu verteilen und es gibt das obligatorische Gruppenbild. Ein gemeinsames Teetrinken mit der Familie im nahen Haus schließt den Besuch ab. Mit einem herzliches Dankeschön und ein Wiedersehen bis bald verlassen wir die Stätte zur Erhaltung der alten Tanzkultur von Sri Lanka. Natürlich kann man Kandy nicht ohne den Besuch des alten wunderschönen Zahntempels verlassen. Dann aber zurück ins Quartier nach Beruwala.

Resümee laufender Projekte und Ausblick auf mögliche weitere Vorhaben

Ja, wenn denn die laufenden Projekte mit den Kinderpatenschaften, mit unseren Mädels in Balapitiya und auch in Panadura bewertet von mir zwischen sehr gut bis gut laufen, der Holzfußboden in Amunugama liegt und es mit dem Vocational Training Center in Kande Vihara nichts wird – was dann? Natürlich gab es dazu auch schon einige Überlegungen, Gespräche und aktuelle Situationen während unseres diesjährigen Aufenthalts.
Da wäre erst einmal eine der Frauen im Health-Center im Barberyn. Wir bekamen den Hinweis durch ein neues Mitglied, das wir in diesem Jahr vor Ort für unsere Rosenkinder gewinnen konnten, dass diese einen 15jährigen Sohn hat. Der ist seit der Geburt – wie wir bei einem spontanen Besuch bei ihr klärten – geistig und körperlich schwer behindert. Er konnte in einen speziellen Kindergarten für Behinderte hier in der Nähe gehen. Eine spezielle Schule oder sonstige Einrichtung für Behinderte im Schulalter gibt es hier an der Westküste nicht, so dass der Junge jetzt schon 8 Jahre nur zu Hause ist und von seiner Familie, in diesem Fall dem Vater rund um die Uhr versorgt werden muss. Es gibt eine Einrichtung in Colombo – eine Fahrtstrecke > 2 Std. – und eine im Süden – eine Fahrtstrecke rund 1 ½ Stunden. An der ansonsten von den Touristen gern besuchten Westküste gibt es leider keine Einrichtung. Eine sehr tragische Situation für einen sehr freundlichen Jungen, wie wir feststellten. Wir vereinbarten mit unseren Freunden vom Lions Club zu prüfen, ob wir gemeinsam eine dringend erforderliche Einrichtung privat einrichten können. Die Provinzregierung hier hat das Problem scheinbar bisher nicht erkannt bzw. angegangen und eine Kooperation mit Regierungsstellen ist gewöhnlich schwierig, oder wie das Beispiel in Kande Vihara zeigt mit wenig Erfolgsaussichten für unsere Projektprinzipien. Aber auch so noch eine ehrgeizige Aufgabe mit vielen Unbekannten.

Dann gibt es noch den/die Gedanken, unsere gut gefüllte Jubiläumsjahr-Vereinskasse mit einem oder zwei kleinen einmaligen Sondervorhaben „zu erleichtern“.
Da gibt es zum einen die Idee, im nach dem Bürgerkrieg noch weit in der Infrastruktur zurück liegenden Norden/Osten der Insel z. B. eine Schule oder Kindergarten im Aufbau zu unterstützen oder zum anderen hier im Hinterland der Westküste Dorfschulen mit Bibliotheken auszurüsten.
Auch kennen wir einen Vize-Präsidenten von ACBC, der die Mannschaft von Sri Lanka für die Paralympics leitet und diese gerne auch für behinderte Jugendliche im Norden/Osten öffnen möchte. Wie das geschehen, gilt es im Detail noch abzuwarten.

Insgesamt also einige neue Steine, die wir in diesem Jahr gesehen und ins Rollen gebracht haben. Mit großer Spannung warten wir auf die Entwicklung/News dazu von unseren bewährten Projekthelfern von Lions und ACBC. Im nächsten Jahr, so hoffen wir, können wir dann vielleicht schon den einen oder anderen neuen Stein hier vor Ort ausrichten im Sinne der Vereinsarbeit der „Rosenkinder“. Alles weitere dann gerne in den nächsten Mitgliederinformationen im Laufe des Jahre 2017.

Dieter Kaske