Reisebericht 2016

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„Rosenkinder“ – Sri Lanka Reise 2016“

Freitag, den 12. und Samstag, den 13. Februar 2016

AnfangGeschafft, nach in vielen Jahren geübter umfangreicher Vorbereitung geht es heute zum 12. mal ins Land der „Rosenkinder“. Vollgepackt mit den üblichen Geschenken und vorbereiteten guten Ideen geht es pünktlich mit Fly Emirates von Hamburg via Dubai zum Colombo Airport. Pünktlich nach 8.901 km Luftlinie landen wir pünktlich und werden vom reservierten „Barberyn“-Fahrdienst nach Beruwala gebracht. Zuerst geht es zu unserem Freund Noble Mendis ins Privat-Quartier, wo uns schon der Ceylon Tee und leckere Sri Lanka Bananen erwarten. Wie üblich kann keine Reise wirklich erfolgreich verlaufen, wenn nicht die erste Station der nahe Tempel Kande Vihara mit dem größten Buddha in Süd-/Ostasien ist. Nach der Segnung eines speziellen Obstkorbes im Tempel für unsere Familie und einen erfolgreichen Reiseverlauf, dem Anzünden der Öllampen und der Raucherstäbchen und dem Besuch der vielen Gottheiten am Platze kann auch im Jubiläumsjahr 2016 eigentlich nichts mehr passieren. Fehlt nur noch zu der Müdigkeit das Dinner mit Sri Lanka Rice and Curry und ein Gute Nacht Trunk, um dann in der ungewohnten Geräuschkulisse der Tierwelt und dem Meeresrauschen die erste Nacht bei angenehmen 25 Grad tief zu schlafen.

Sonntag, den 14. Februar 2016

Pünktlich zum Sonnenaufgang startet der aktive Teil des „Urlaubs“ mit dem Morgenspaziergang am nahen Strand, ein paar Yoga-Übungen und ein Bad im erfrischenden Indischen Ozean mit 28 Grad.
Heute stehen nicht nur erste Kontakte zu den Verantwortlichen unserer Projekte an, sondern unsere Hausherrin Thelse hat Geburtstag. Insofern gilt es neben den üblichen Vorbereitungen noch eine Geburtstagstorte zu ordern. Wichtig ist die Verabredung mit Dooland de Silva für den nächsten Tag, dem Organisator vom Lions Club unserer „Rosenkinder“ Patenschaften und die Nachfrage in der Tanzschule in Amunugama, was der aktuelle Stand der Renovierung mit dem neuen Holzboden im Übungsraum ist. Da brachen die Informationen leider zuletzt etwas ab. Schön, wir hören, nun ist die Bühne völlig fertiggestellt und der Beton-Unterbau im Übungsraum auch, so dass nur noch der auch bereits fertig aufbereitete Teakboden zu verlegen ist. Das soll nun unmittelbar starten, allerdings muss das zuletzt gelieferte Holz noch teilweise trocknen. Also der bisherige Plan, am nächsten Wochenende den fertigen Boden in Kandy zu besichtigen wird entfallen. Bekomme noch schnell per Mail ein paar Bilder und wir verabreden uns für die nächste Baubesichtigung per Handy und Mail-Bilder für den Schluss unserer Reise. Es bleibt festzuhalten, der Wille und das Engagement bei den Verantwortlichen in Kandy ist da, aber die Umstände bleiben schwierig.

Wie bereits im Vorfeld verabredet, erscheint vor der abendlichen Geburtstagsfeier das Komitee unseres Children Home aus Balapitiya. Der Chairman Mr. de Silva, der Treasurer Mr. Mendis und Mr. Jagath kommen zum jährlichen ersten „Rapport“. So gut und professionell vorbereitet waren diese allerdings noch nie. Es gibt ausführliche Namenslisten von den aktuell 34 Kindern dort. Es gibt eine Liste mit Informationen zu den „Ab- und Zugängen“ zum Vorjahr. Wir tauschen uns insbesondere über die Abgänge und darüber aus, was die Mädchen nun für eine Zukunft haben. Arbeiten fürs eigene Leben, zurück in die Familie oder gleich verheiratet sind die Alternativen. Insbesondere wollen wir zukünftig den Übergang der besonders talentierten Mädchen in ein Studium und der anderen mit einer beruflichen Qualifizierung stärker beobachten und das Komitee soll dabei helfen. Dazu dient die bereits laufende a-level (Abitur) Förderung einiger Mädchen und ein verabredeter Besuch in unserem „Rosenkinder-Hostel“ in Panadura mit Besuch des angrenzenden staatlichen Ausbildungszentrums, unserem speziellen Rosenkinder- Ausbildungsprogramm für Waisenmädchen. Dies gilt es noch zu organisieren und die notwendigen Absprachen mit den staatlichen Stellen zu treffen. Aber insgesamt zeigt man sich sehr interessiert – sehr schön. Nun noch schnell der Besuch unserer Reisegruppe für den 6. März im Children Home verabredet und dann kann der erste Umtrunk mit Dank für die Unterstützung starten und danach der zweite Umtrunk zu Ehren des Geburtstagskindes. Es folgen noch einige weitere Umtrunke unter Einbeziehung der inzwischen eingetroffenen sonstigen Geburtstagsgesellschaft und eines tollen Geburtstags-Dinners, mit allem was die einheimische Küche zu bieten hat. Der herzliche Abschied des etwas „angeheiterten“ Komitees lässt auf weiter erfolgreiche Zusammenarbeit schließen. Dann gute 2. Nacht.

Montag, den 15. und Dienstag den 16. Februar 2016

Der Tag startet nach dem üblichen Morgen am Strand mit einem Telefonat mit Mr. Lakshman Kottege, dem Präsidenten vom All Ceylon Buddhist Congress; zuständig für alle Kinderheime in Sri Lanka und so auch für unsere Projekte in Balapitiya und Panadura. Es ist zu planen der Besuch des Komitees aus Balapitiya im „Rosenkinder-Hostel“ in Panadura noch diese Woche und der Empfang der Rosenkinder Reisegruppe in der nächsten Woche. Diese wurde von ihm im eigenen Wetwater Hotel nahe dem Airport zum „Eingewöhnen“ großzügig eingeladen. Außerdem erfahre ich, dass an dem Tag die jährliche Colombo Perahera stattfindet, der traditionelle Umzug mit Tänzern, Musik und vielen, vielen Elefanten. Was schön und eine Überraschung für die Neuankömmlinge am 22. Februar ist.

Brief0Dann steht der Besuch am Nachmittag im Briefgarden bei Dooland de Silva an. Ein gemeinsamer Blick auf die inzwischen erreichten 50 Patenschaften. Die Haupttreffen mit diesen „Rosenkindern“ werden verabredet für den 28. Februar 2016 in Kotapola im Rahmen unserer Rundreise mit der Gruppe und am 6. März 2016 im Briefgarden. Zusätzlich verabreden wir uns für einen Besuch bei drei neuen „Rosenkindern“ im häuslichen Umfeld hier in der Umgebung. Uns ist wichtig, auch die Kinder Zuhause zu erleben.

So steht dann am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück mit den herrlichen Früchten des Landes, dem Einstieg ins „Reisetagebuchschreiben“ 2016, für den Nachmittag der verabredete erste Kontakt mit drei neuen „Rosenkindern“, an. Auf dem Weg zum Briefgarden wird noch für die Familien jeweils ein „Essenspaket“ im Supermarkt gekauft und dann bei Dooland noch eine kleine Lagebesprechung bei leckerem Ceylon-Tee. So starten wir dann zu:

Pathirage Hashini Kawishki in Kalawila. Hashini ist ein fünfzehnjähriges Mädchen, dass im letzten Herbst den Vater und Ernährer der Familie verloren hat. Die Familie versorgt jetzt der älteste Bruder mit Tuk-Tuk Fahren und die Familie hat einige eigene Kautschuk-Bäume. Allerdings für mehr als rund 50 € Einnahmen im Monat reicht es nie. Dann gibt es noch den 17 Jahre alten Bruder Lakshitha, der gerne im nächsten Jahr a-level (Abitur) machen möchte. Unsere Hashini möchte in diesem Jahr ihr o-level (mittlere Reife) machen. Sie war zuletzt an Position 5 von 25 Schülern in der 11. Klasse, Lieblingsfach Mathematik. Wir regen an, auch den älteren Bruder in eine Förderung zu nehmen, wenn das mit dem Studium klappt. Ein guter Anfang heute.

A. Chanlani R. M. de Silva in Gonapaalapura. Das schönste ist noch die Anfahrt, tief ins Hinterland von Bentota. Der Fußweg runter zum Haus, als Vorbote begleitet schon von Donner. Es erwartet uns eine Mutter, ein bellender Hund und ein Haus, sagen wir mal noch im Rohzustand. Scheinbar unverändert schon seit vielen Jahren. Der Vater – herzkrank und Leberleiden, angeblich kein Alkohol – ist genauso wenig anwesend, wie der ältere Bruder. Auch unsere Chalani wird erst noch gerufen, hat gerade noch private Nachhilfe nebenan. Das ist auch wohl notwendig, denn sie ist an Position 42 von 44 Schülern in der 5. Klasse. Das Mädchen wirkt sehr freundlich, aber ist noch sehr klein und nach Aussage der Mutter chronisch fieberkrank, was zu vielen, vielen Fehlzeiten in der Schule führt und vielleicht auch zu den sehr schlechten Schulleistungen. Allerdings dieses Haus, feucht, dunkel, kein Strom, kein Wasser und eigentlich ohne Einrichtung, da kann sich dieses Kind eigentlich auch nicht entwickeln. Wir besprechen intern, dass wir das Kind in eine enge Beobachtung nehmen wollen, evtl. auch über eine Unterbringung in einem Kinderheim nachdenken. Da ist übrigens auch die achtzehnjährige Schwester Dilki, die wir aus unserem Children Home in Balapitiya kennen. Sie ist in der Schule sehr gut und ein gesondert von uns gefördertes Kind dort. Wir wollen die Hoffnung für die kleine Schwester nicht aufgeben, sind aber eigentlich geschockt und sehr traurig über die Situation.

B. G. A. Janith Manessha Bhanuka aus Üuwakwatta, ein vierzehn-jähriger Junge, der sehr idyllisch am Ende der Welt in einem sehr einfachen, aber sehr gepflegten Haus alleine mit seinen Eltern lebt. Der Vater hat nach einem Herzinfarkt noch einen Schlaganfall bekommen, ist dadurch körperlich sehr eingeschränkt und nicht mehr arbeitsfähig. Die Mutter versorgt die Beiden, an Einkommen hat die Familie nur die finanzielle Unterstützung aus der Familie. Manessha besucht die 9. Klasse, ist an Position 21 von 40 Schülern mit dem Lieblingsfach Mathematik. Ein versöhnliches Ende heute und eine gute Chance für den Jungen durch unsere regelmäßige Förderung.

Ehrlich gesagt brauchen wir am Abend etwas Zeit zum Nachdenken. Allerdings bestätigt sich wieder, dass der Besuch im heimischen Umfeld ein wichtiger Baustein für das Verständnis unserer speziellen „Rosenkinder“ Förderung der Patenschaften ist.

Mittwoch, den 17. und Donnerstag 18. Februar 2016

Heute ein ruhiger Tag mit wenigen Terminen und hohem Erholungsanteil. Am Nachmittag ein Spaziergang durch Aluthgama. Viele Geschäfte sind gleich seit 10 Jahren, vieles aber auch neu, speziell für die vielen Touristen. Insbesondere das Angebot an Teegeschäften und Ayurveda-Apotheken hat sich vervielfacht. Der ruhige Abend kurz vor dem Zubettgehen wird gestört durch mein Telefon. Lakshman ist in der Leitung, der Präsident von den vielen Waisenhäusern des All Ceylon Buddhist Congress. Das morgige Treffen in Panadura soll nun kurzfristig verschoben werden. Er ist verhindert. Allerdings ist bei uns alles organisiert und vorbereitet. So bestehe ich auf einen Besuch, leider dadurch ohne ihn. Wird trotzdem bestimmt gut gehen.

PanaduraAm nächsten Morgen steht das Komitee unseres Children Home in Balapitiya pünktlich um 10:00 Uhr vollständig und mit Kleinbus vor der Tür. 10 Jahre gemeinsame Projekte hinterlassen ihre „pünktlichen“ deutschen Spuren. So machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum „Rosenkinder-Hostel“ in Panadura. 15 Minuten vor Zeit ankommend ist tatsächlich bereits jemand vom ACBC zum Empfang vor Ort. Die Assistentin von Lakshman begrüßt uns und wir besichtigen zuerst die Räumlichkeiten des Hostels. Alles macht weiter einen sehr guten Eindruck und die „Aufpasserin“ von wieder 8 Mädchen hier ist auch anwesend. Die Mädchen sind nebenan im staatlichen Trainingscenter beim Unterricht fleißig. Insofern besuchen wir diese dann gleich beim dort laufenden Ausbildungsbetrieb. Die insgesamt ca. 15 Schüler mit der Ausbildung Friseur und Kosmetik haben heute Theorie und sind im Schulungsraum. Eine wirklich zeitgemäße und funktionale Ausstattung hier. Die übrigen ca. 10 Mädchen sind im Praxisraum beim Nähen und Schneidern. Diese werden gerade unterwiesen im Zuschnitt von Stoffen. Alles ist hier weiterhin in bester Verfassung und sehr, sehr ordentlich für hiesige Verhältnisse. Dann klingelt die Pausenglocke und die 8 von unserem Verein aktuell hier anwesenden und geförderten Mädchen gehen zurück in ihr Hostel. Dort gibt es Pausentee und auch die drei heute anwesenden Lehrer finden sich ein. Auch wir bekommen unseren Tee mit leckeren Bananen und etwas Gebäck. Zeit für einige Gespräche mit den Mädchen und ein paar Photos nach dem Überreichen kleiner Geschenke. Es klingelt wieder und wir machen uns mit dem Komitee aus Balapitiya auf den Rückweg. Unterwegs halten wir noch in einem Buchladen an und kaufen viele Dinge für den täglichen Bedarf des Unterrichts im Children Home ein. Am Ende ist es ein riesiges Paket von fast 30 kg mit dem für uns lächerlichen Preis von rund 100 €. Die Diskussion im Bus mit dem Komitee zeigt, der gemeinsame Weg hat sich gelohnt. Die Bereitschaft des Komitees unsere Mädchen in Balapitiya hier in Panadura auszubilden für eine noch bessere Zukunft ist deutlich zu spüren.

Freitag, den 19. und Samstag den 20.Februar 2016

Irgendwie verläuft der Aufenthalt in diesem Jahr in sehr geordneten und ruhigen Bahnen. Schön! Insofern bleibt genügend Platz für Erholung, Land, Strand und Leute außerhalb der Rosenkinder-Projekte. Vielleicht auch, weil ich heute Waidiyawathie anrufe, um Sie zu trösten, vertrösten, dass wir wohl nicht vor Ort sein werden in ihrer Madyama Lanka Nrutya Dancing School in Amunugama. Da jetzt zwar die Bühne fertig verlegt ist und der Übungsraum auf einer reinen Zementbasis auf den neuen Holzboden wartet, können die regelmäßigen Übungsstunden nur auf der Bühne erfolgen. Ein weiteres kleines Druckmittel, um unser Projekt schnell zu einem Ende zu bringen.

Am Samstag begrüßen wir dann Ramis (genannt Rudi) zurück von seinem Geschäftsausflug aus Deutschland. Unser langjähriger Freund und Schmuckhändler war auf einer Ausstellung in München. Für uns ist immer wieder interessant, hier direkt den Unterschied zwischen einem muslimischen zu den überwiegenden buddhistischen Haushalten zu erleben. Das fängt mit der Anzugsordnung der Hausdame an, einer unterschiedlichem Sprachen (Tamil statt Singhale) und sogar bei der Essenszubereitung.

Der Abend steht dann im Zeichen des Monatstreffen unseres Lions Clubs Aluthgama/Bentota. Wir sind pünktlich 19:00 Uhr gemäß Einladung vor Ort im Hotel „Lanka Prinzess“. Allerdings tauchen erst eine halbe Stunde später die ersten weiteren Gäste auf. Angeblich wurde der Beginn nach hinten verlegt, allerdings der reale Beginn dann um eine weitere halbe Stunde verspätet. Für Sri Lanka Verhältnisse also ein pünktlicher Beginn. Das heutige Treffen ist drei ehemaligen „Ober-Lions-Veranwortlichen“ gewidmet, die geehrt werden für guten Taten, z. B. die Koordination aller Lions-Projekte während des fürchterlichen Tsunamis 2004. Wir werden natürlich auch lobend erwähnt für das gemeinsame Projekt unser Rosenkinder-Patenschaften. Die aktuell 50 Kinder haben schon einen erheblichen Anteil am Projektgeschehen des Clubs. Die Sitzung endet überraschend schon nach einer statt nach geplanten zwei Stunden und die anfängliche Verspätung ist wieder voll eingearbeitet. Es bleibt insofern genügend Zeit für die üblichen Drinks mit „Fingerfood“ und einem ordentlichen Abendessen mit anregenden Gesprächen, auch über die Idee, anlässlich unseres Jubiläumsjahres eine weiteres Projekt mit dem Lions Club zu organisieren. Arbeitstitel „Ausbildungsförderung für bedürftige Jugendliche“. Dazu später noch mehr. ;-)

Sonntag, den 21. Februar 2016

Heute ist der letzte Tag „allein“, denn unsere diesjährige Reisegruppe macht sich auf den Weg von Germany noch im Winter nach Sri Lanka schon im Frühling-Sommer-Modus. Wir relaxen am Strand bzw. im Meer, sortieren unsere Rundreise-Sachen und lassen uns das letzte Dinner im Kreise der Familie Noble gut schmecken.

Montag, den 22. bis Sonntag den 28. Februar 2016

Früh um noch vor 5 aufgestanden, ein leichtes Breakfast und dann mit unserem gewohnten Barberyn Rundreise-Team auf zum Airport. Keine Nachrichten aus Dubai bedeutet wohl, keine Verspätung, Anschluss geschafft! Wir genehmigen uns noch ein zweites ordentliches Breakfast nach Sri Lanka Art vor dem Eintreffen der Gruppe. In der Tat ist dann die Reisegruppe pünktlich und vollständig da, dank eines Zwischenspurts im nicht ganz kleinen Airport in Dubai.;-) Egal, auf nun zum Eingewöhnen ins Wetwater Resort in Gampaha. Ein Tag auf Einladung von Mr. Laksman Kottege in seinem eigenen Resort. Dieser ist Präsident des All Ceylon Buddhist Congress Welfare Child Council, somit auch unser Hauptverantwortliche für die Waisenhaus Projekte in Balapitiya und Panadura. Zum Mittag erscheint dann auch „der Chef“ mit Ehefrau und Enkelkind und wir nehmen gemeinsam unser Lunch (Rice and Curry) ein.

ColomboNach dem verdienten „relaxen“ am Nachmittag für die Neuankömmlinge brechen wir auf nach Colombo. Wir haben Glück, denn heute ist die jährliche Navam Perahera am Haupttempel Gangaramaya, immer am Poyaday (Vollmond) im Februar. Wir halten etwas außerhalb des Tempelbezirks und können so schon den vielen Teilnehmern, Trommlern, Tänzern, Elefanten etc. der Veranstaltung bei der Vorbereitung zusehen. Lakshman bemüht sich um Plätze auf der Tribüne bzw. direkt an der Straße mit gutem Blick und Gehör. Es gibt noch einige Ansprachen vom leitenden Mönch und viel politischer Prominenz hier. Endlich geht es los bei Peitschengeknall startet der Trupp von Trommlern, sonstigen Musikern, Tanzgruppen, toll geschmückten Elefanten und vieles mehr. Etwas, was man nicht wirklich beschreiben, sondern sehen muss, macht sich auf die Reise rund um den Tempelbezirk. Trotz aller Schönheit und voll beeindruckt brechen wir nach eineinhalb Stunden ab, denn der Geräuschpegel und die sonstigen Eindrücke gepaart mit Müdigkeit von der Anreise hinterlassen ihre Spuren. Also durchs Gedränge zurück zum Bus und ins Resort. Der Abend endet im besonderen Dinner-Restaurant am See im Wetwater Resort – dann eine erste gute Nacht für alle.
Nach einem telefonischen Dank an unseren großzügigen Gastgeber machen wir uns auf den Weg ins Elephant Park Hotel in Pinnawala. Kleiner Umweg dort hin, denn wir wollen noch etwas von den taufrischen Cashew-Nüssen der neuen Saison und Tee direkt einkaufen in einer Factory in der Nähe von Kandy. Den Lunch gab es dann mit super Blick auf die wunderbare bergige Landschaft hier. Als wir in Pinnawala ankommen sind schon die meisten Touristen verschwunden, nur die 90 Elefanten sind noch vollständig da, zuerst am Fluss, dann später im Reservat. Genügend Zeit für viele Elefantenbilder und einen Einkauf von Andenken aus Elefantendunk, alles wirklich geruchsneutral. Als wir dann unser Dinner einnehmen im Hotel direkt am Fluss, sind alle Tagestouristen verschwunden wie auch die Elefanten, eine idyllische Ruhe hier, nur das Rauschen des Flusses.

Die Elefanten sind auch noch im Reservat, als wir uns auf den Weg ins Hochland von Kandy machen. Zuerst einige Stunden mit dem Bus über Kandy nach Nuwara Eliya. Eine fast atemberaubende Fahrt mit wechselnden Eindrücken dieser Landschaft, umgeben von Tee, Tee und noch mal Tee. Mittags kein Lunch Rice and Curry, sondern im Ort in eine Bäckerei bei Tee und vielerlei scharfem und weniger scharfem Gebäck, eine appetitliche Abwechslung heute. Dann aber weiter zur Bahnstation, um dort den Zug von Colombo nach Bandula noch zu erreichen. Eine Strecke wie von Flensburg bis Hannover, aber mit einem Zeitaufwand wie von Hamburg nach Wien. Der Streckenabschnitt von Nanu Oya bis Ella ist heute aber nur unser heutiger Plan. Immerhin noch 2 ½ Stunden in einem sehr vollen Zug mit vielen Touristen und Einheimischen. Unterhaltsam und spannend schon der Blick aus dem Fenster. Allerdings auch ganz schön wackelnd das laute Ungetüm von Zug. Angekommen in Ella wartet schon der Bus, um uns in Ella Mount Heaven Hotel zu bringen. Etwas abseits des Ortes ruhig gelegen, allerdings wie wir feststellen, aktuell im Umbau begriffen. Insofern neben den Gästen am Tage auch einige Handwerker. Eigentlich wollten wir auch ins Ella Mountain Heaven Hotel mit „ain“ paar Buchstaben mehr und weniger Handwerkern. Egal, pünktlich zum Dinner sind diese verschwunden und das Essen ist richtig gut hier gelegen am Ende des Ortes mit einem phantastischen Blick.

Den nächsten Tag verbringen wir dann am Ort bzw. den Morgen mit dem Besteigen des kleinen Adams Peak. Zum echten Adams Peak doch von Zeit und Aufstieg ein großer Unterschied, allerdings oben angekommen ein wunderbarer Rundblick. Danach gibt es am Gipfel noch eine gemeinsames „Photoshooting“ mit einer chinesischen Reisegruppe als Völkerverständigung. Heute zeigt sich der Himmel von seiner nassen Seite und das Shoppen in der auch eher kleinen Einkaufsmeile in Ella fällt kurz aus und stattdessen ein Lunch mit wiederum tollen Blick. Durch den Regen hat der Wasserfall am Ort deutlich mehr Volumen und Farbe bekommen und das entschädigt neben der Ruhe und Entspannung heute. Nach Tee am Wasserfall, Drinks auf der Terrasse unseres Hotels, das Dinner und dann noch Koffer packen, denn für den nächsten Tag steht einiges auf dem Plan.

ReisegruppeZuerst einmal hat unser Fahrer Kazun Geburtstag, insofern zum Breakfast ein deutsches Happy Birthday. Dann aber schnell hinunter in die Tiefebene des Südens von Sri Lanka gekurvt. Ein Stopp am Buduruwagala Tempel steht noch auf dem Programm. Vor 2.100 Jahren wurde dieses Monument aus Granit geschlagen. Im Mittelpunkt eine 17 Meter große Buddha-Statue umringt von weiteren Figuren. Nach dem Zerstören der Figuren in den Felsen von Afghanistan durch die Taliban sind dies jetzt die größten buddhistischen Felsenmonumente. Dann weiter zum Uda Walawe Nationalpark. Dort warten zwei Jeeps auf uns, die uns durch den angeblich tierreichsten Nationalpark in Sri Lanka befördern sollen. 3 ½ Stunden gilt es schließlich im offenen Jeep, bei unzählige Elefanten, einigen Krokodilen, viel Rehwild und Büffel sowie vielerlei Vogelwelt zu bestaunen. Kräftig durchgeschaukelt und -geweht dann schnell rein in den Bus und wieder hoch zur Region des Sinharaja Regenwaldes. Eine Fahrt auf zum Teil abgelegenen winzigen Straßen; allerdings mit einer wiederum unbeschreiblich schönen Landschaft. Wir kommen dann kurz nach Einbruch der Dunkelheit in der uns seit Jahren gut bekannten Rain Forest Lodge an. Hier ist alles beim Alten und die familiäre Mannschaft erwartet uns schon. In aller Abgelegenheit geht es nun darum, den Geburtstag von Kazun gebührend zu feiern und dann aber nach dem Dinner tief und fest in einer nie stillen Regenwaldlandschaft zu verbringen.

SafariAufgeweckt werden wir stilecht von einem lärmenden Affenpaar, dass sich laut schreiend durch die Palmen hangelt. Früh am Morgen ist eigentlich die schönste Zeit in Sri Lanka, denn dann sind die Tiere aktiv und man ist selber aktiv genug für Erkundungsspaziergänge. Hier auf dem Gelände der Rain Forest Lodge gibt es davon eine ganze Menge. Noch mehr davon erleben wir am späten Vormittag im Sinharaja Regenwald direkt. Nach einer halben Stunde holpriger Fahrt mit dem Tuk-Tuk geht es weiter zu Fuß in das Naturschutzgelände, welches nur mit speziellen Führern erkundet werden darf. Das ist auch gut so, denn unsere ungeübten Augen würden die Tiervielfalt nur zu einem geringen Teil entdecken. Viele Vögel und verschiedenste Insekten, aber auch zwei schön giftige Schlangen (Greenviper) und vieles mehr auf dem Weg zum erfrischenden Bad am Wasserfall. Eine Energiedusche pur bevor wir uns auf den Rückweg machen. Nach fast 5 Stunden unterwegs schmeckt der Lunch besonders gut. Auf dem Programm steht dann noch die Bestellung „Lebensmittel-Pakete“ für die 26 „Rosenkinder-Patenschaften“ hier in dieser sehr abgelegenen Region für den morgigen Tag. Aus Erfahrung lieber ein Paket mehr. Viele der Lebensmittel sind hier noch einzeln abzuwiegen und zu verpacken. Wir wünschen uns den Lieferservice – das spart Zeit – und konzentrieren uns auf das letzte Dinner auf der luftigen Terrasse.
Nach einem ehrlichen gemeinten Wiedersehen verlassen wir die gastliche Stätte und machen uns auf zum Tempel nach Kotapola. Angekommen macht sich die Gruppe auf, den Berg bzw. besonderen Tempel hier zu besteigen. Wir begrüßen erst einmal unseren Betreuer hier vor Ort, den Mönch Dr. Kirinde. Auch unsere beiden Projektbetreuer vom Lions Club Chandani und Dooland sind bereits eingetroffen. Finale Abstimmung, welche Kinder da und welche verhindert sind, weil z. B. wichtige Prüfungen insbesondere für die von uns geförderten Studenten anstehen. Die überwiegende Zahl der Kinder kennen wir bereits und insofern besteht unser Dialog mit diesen heute „nur“ aus der Kontrolle der Schulleistungen, wie geht es allgemein, das Überreichen der Lebensmittel-Geschenke und dem obligatorischen Photo fürs Vereinsalbum. Ist schon beeindruckend dort die Entwicklung der Kinder zu sehen, die wir teilweise schon bis zu 9 Jahren fördern. Allerdings hat Dr. Kirinde natürlich auch die „Neulinge“ einbestellt, die wir bisher noch nicht persönlich kennengelernt haben. Das sind in Kurzform:

Preshini, Girl – 6 Jahre, beide Elternteile taubstumm, betreut von der Großmutter, geht in 2. Klasse, Lieblingsfach Singhale, die auch anwesende Mutter ist glücklich, bewegend!!
Malmi, Girl – 12 Jahre, Vater Arbeiter, 3 jüngere Schwestern, Klassenbeste in Klasse 8, Lieblingsfach Naturwissenschaften, das passt!
Kaveesha, Boy – 8 Jahre, 2 Schwestern, Familie mit sehr wenig Einkommen, Vater arbeitet als Fahrer, geht in 4. Klasse, Lieblingsfach Mathematik
Nipun, Boy – 9 Jahre, Mutter verstorben, Vater Fahrer, eine jüngere Schwester, macht a-level im August 2016, möchte Informatik studieren, viel Glück!
Isuru, Boy – 22 Jahre – Vater Arbeiter – studiert im 2. Jahr Informatik, Familieneinkommen reicht nicht für Weiterführung, talentierter Junge
Nadithi, Girl – 9 Jahre, Vater (Wasantha) arbeitet in der Woche im Reisfeld und hilft am Wochenende Dr. Kirinde ehrenamtlich bei Administration unserer Patenkinder hier, eine jüngere Schwester, besucht die 5. Klasse, Lieblingsfach Englisch, der Vater hat es verdient!
Ruwindi, Girl – 9 Jahre, Familie sehr arm, Vater Anstreicher, eine jüngere Schwester, 5. Klasse, alle Fächer A (1), Lieblingsfach Englisch, und zum Schluss: Geburtstag am 8. August 2006, dem Gründungstag unseres Vereins, das kann kein Zufall sein im Jubiläumsjahr ;-)

Nach nun fast 2 ½ Stunden „Befragung“ wollen wir Bilanz ziehen. Natürlich eine sehr gute, nach fast 10 Jahre gemeinsamer Arbeit, aber abseits steht noch ein Mädchen mit ihrem Vater:

Kotapola2Pawani, Girl – 11 Jahre, Familie ohne dauerhafte Einkünfte, Bruder geistig behindert, Familie hat von Dr. Kirinde ein einfaches Haus „gesponsert“ bekommen, 7. Klasse, Lieblingsfach Naturwissenschaften, auch hier ist unsere Hilfe angesagt!

Es stellt sich heraus, dass auf dem Wege von Kotapola via Sri Lanka wohl diese Förderungsanfrage verloren gegangen ist. Natürlich nehmen wir das Kind auf. Dr. Kirinde hat noch zwei weitere Förderungsvorschläge auf Lager, die Informationen bekommen wir nachgeliefert. Ich glaube, das dieser Ort, einsam gelegen, weit weg von Touristen und Geld ein idealer Förderplatz ist und Dr. Kirinde und sein Helfer Wasantha ideale Beobachter und Förderer für uns vor Ort sind. Es gibt noch das obligatorische vielfältige Lunch und das eingesegnete Glücksbändchen zum Abschied. Tief beeindruckt und größtenteils schlafend machen wir uns auf den Rückweg bzw. auf die Fahrt nach Beruwala ins Barberyn Reef Ayurveda Resort, unser Quartier für die fast noch 2 Wochen. Heute der Endpunkt einer gelungenen Rundreise und Auftakt für die Phase mit mehr Erholung.

Montag, den 29. Februar bis Freitag den 4. März 2016

Dann der Auftakt der ersten Ayurveda Woche im gewohnten Quartier. Da fällt das Eingewöhnen nicht schwer. Die erste ärztliche Bestandsaufnahme nach Ayurveda-Art. Was machen die alten und die neuen Leiden und die gewohnt hervorragende und individuelle tägliche Behandlung kann starten. Es bleibt insofern genügend Zeit für Strandspaziergänge, vorzugsweise früh am Morgen und spät zum Sonnenuntergang sowie das Bad in den Wellen oder hinter dem Riff oder die eine oder andere Nach- bzw. Vorbereitung der weiteren Projektaktivitäten wie:
Reservierung Bus und Fahrer für Treffen der Rosenkinder im Briefgarden und im Children Home in Balapitiya
erneuter Dank für die Unterbringung in seinem Hotel und Abklärung weiterer Details mit Mr. Lakshman für das gemeinsame Treffen in Balapitiya, das muss immer wiederholt sein ;-)
Klärung mit Dooland, wann wie viele Patenkinder im Briefgarden erwartet werden, mal schauen wann die Antwort dazu vorliegt!
Kaufen von Geschenken für die Besuche, denn alle wollen immer gerne etwas haben, wie und was auch immer
die wichtigste Aktivität ist allerdings der Großeinkauf bei ASB in Ambalangoda. Die traditionelle „New Year Clothes“ für die Mädels in Balapitiya. Kein Mensch in Sri Lanka sollte, wenn das neue Jahr hier beginnt, dies in alter Kleidung erleben. Den Job bzw. das Schenken übernehmen wir seit Jahren, die Einkleidung für 35 Mädels für kleiner < 300€ macht Freude und bringt einen besonderen Einkaufsspaß
laufender Kontakt mit der Tanzschule über den Fortschritt der Arbeiten telefonisch, SMS, Email und als Voice-Mail, was am Ende nicht klappt. Hauptsache die Arbeiten gehen weiter und wir erreichen noch einen ausreichenden Endpunkt in diesem Jahr, eine Abnahme noch vor der Rückkehr nach Germany
und dann noch der Versuch im Rosenkinder Jubiläumsjahr ein neues Projekt zu starten. Arbeitstitel „Ausbildungsförderung für Jugendliche aus prekären familiären Verhältnissen“. Dazu im Bericht der nächsten Woche mehr und, und ein wenig mehr ;-)
Bei allem hilft der tägliche Barberyn Ayurveda Alltag.

Samstag, den 5. März 2016

Brief2Heute und auch Morgen heißt es frühes Aufstehen, denn sonst sind der Morgenplan bzw. die Ayurveda Anwendungen nicht realisierbar. Diese Nachmittage sind reserviert, heute für den Briefgarden. Allerdings steht neben der Besichtigung dieses wunderschönen botanischen Gartens im Mittelpunkt das jährliche Treffen mit den Rosenkinder Patenschaften in dieser Region. Die Anzahl durchgegeben von unserem Koordinator Dooland de Silva schwankte im Vorfeld zwischen 15 und 17 Kindern. Am Ende waren es dann 13 Kinder, zwei Kinder waren erkrankt und eines ist nicht erschienen. Die Differenz ist der Sri Lanka Mathematik geschuldet. ;-) Aber alles ist gut vorbereitet. Von uns die üblichen Verpflegungspakete und von Dooland die Bestuhlung im Garten. Die Kinder inkl. Mütter dazu erwarteten uns bereits. Zur Begrüßung gab es von Dooland für Mutter und Kind eine intensive Unterweisung, dass für die monatlichen Gelder die anwesenden Rosenkinder Vereinsmitglieder „hart“ arbeiten müssten. Insofern bestünde auch die Verpflichtung, dass die Kinder dies auch machen in der schulischen Entwicklung und die Eltern dies auch zu fördern hätten. Danach gilt es, einzeln die Resultate pro Kind zu begutachten. Es gab Ausschläge nach unten, aber insbesondere auch nach oben. Dies insbesondere bei den beiden geförderten Kindern aus Mullapitiya. Wir erinnern uns, dass war die Mutter die kurz vor der Geburt des dritten Kindes ihren Mann verloren hat und allein nun für die Entwicklung aufkommen musste. Wir unterstützten von Anfang an und haben damit scheinbar einen sehr guten Erfolg für diese Familie aus ärmsten Verhältnissen. Der Tee danach und dazu das einheimische Gebäck schmeckt insofern dann noch besser als üblich. Zurück im Resort zum Sonnenuntergang ein Bad in der wohl wärmsten und größten Meerwasserbadewanne der Welt hinterm Riff.

Sonntag, den 6. März 2016

BalapitiyaHeute ist der vielleicht mentale Höhepunkt der Reise, der alljährliche Besuch des Anula Wijerama Children Home in Balapitiya. Die Vorfreude ist groß, die aktuell 35 Mädchen dort vor Ort mit allen Verantwortlichen zu treffen. Bei der Anfahrt ereilt uns die Nachricht, uns noch etwas Zeit zu lassen, denn die Vorbereitungen laufen noch. Das ermuntert unseren Fahrer zu einer Fahrt im 2. Gang, bei der wir fast auch noch von den Fahrradfahrern auf der Galle-Road überholt werden. Schließlich doch angekommen werden wir am Tor des Children Home vom Empfangskommando erwartet und mit Trommeln und Fanfaren ins Gebäude begleitet. Es gibt eine umfangreiche Agenda mit 20 Punkten, die von 3:00 bis 6:45 pm abzuarbeiten sind. Beginnend mit Gruß und Vorstellung vom Komitees, der Leitung des Hauses, den Lehrern und einigen heute anwesenden Eltern. Wir nennen unserer Children Home zwar Waisenhaus, aber es sind hier auch Kindern mit Eltern, die aus verschiedensten Gründen, die man nicht immer wissen möchte, ihre Kinder hier in die Obhut gegeben haben oder diese entzogen wurde. Nach dem obligatorischen Gang durch das Gebäude und die Unterrichtsräume gibt es ein „Refreshment“ im Garten. Uncle, der Haushandwerker hat aus Palmblättern etc. eine tolle Hütte gezimmert.
Dann kann die Show beginnen. Zwei unserer Mädchen führen perfekt in Englisch durch das Programm. Das besteht aus vielen Tanz-, Gesangseinlagen und den obligatorischen Reden. Heute ist auch eine Vertreterin vom ACBC anwesend, unseren Administratoren dieses Projektes. In ihrer Rede geht sie besonders auf die anwesenden Eltern ein und weist auf die Chancen ein, die die Mädchen hier in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung haben. Das mögen diese berücksichtigen, falls diese die Absicht haben ihr Sorgerecht auszuüben und die Kinder zurück in die Familie rufen. Dieser Appell ist sehr im Sinne unserer Mission hier am Platz. Schließlich geht es nach vielen Punkten an das Überreichen der Geschenke. Die Mädchen erhalten schließlich alle einzeln ihre „New Year Clothes“ und jedes einen Rosenkinder-Sticker. Alle sind sehr stolz und der gemütliche Teil des Tages beginnt mit lauter ortsüblicher Disko-Musik im Oriental-Stil. Ausgelassenes Tanzen der Mädchen mit den deutschen Gästen bei > 30 Grad in der jetzt eingetretenen Nacht. Schließlich gibt es noch Fingerfood und gekühlte Getränke, wunderbar, aber eigentlich nicht wirklich ayurvedisch. Heute ist eben ein Ausnahmetag. Etwas schweren Mutes verabschieden wir uns von unseren Mädels mit einem „Yes“ zum unendlich oft gesagten „come again“. Auf der Rückfahrt und in der Nacht gilt es nun diesen emotionalen Höhepunkt zu verdauen. Gutes Nächtle ;-)

Montag, den 7. bis Donnerstag, den 10. März 2016

Kaum zu glauben, aber so schnell geht es dann doch in das letzte Viertel unserer diesjährigen Reise ins Land der „Rosenkinder“. Morgenspaziergang, das fürstliche Frühstück, der Strand, das Meer, die Ayurveda-Treatments und so weiter, das tägliche Verwöhnprogramm im Resort. Allerdings ergeben sich im Laufe der Woche noch erfreuliche Entwicklungen unserer Projekte. Ja, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, bekommen wir Bilder aus Kandy geschickt, die uns ganz sicher machen, dass auch dieses Vorhaben erfreulich und erfolgreich endet. Der neue schwingende Teakholzboden im Trainingsraum ist zu > 2/3 fertig verlegt. Das restliche Holz – später nachgeliefert – wartet auf den richtigen Zuschnitt und ein paar kräftige Sonnenstrahlen, damit dieses dann auch in den nächsten Tagen final verlegt werden kann. Insofern geben wir das Signal „einverstanden – Projektziel nahezu erreicht! Die finale Zahlung soll dann allerdings nicht in Kandy, sondern hier bei uns in Beruwala erfolgen. Janaka, der Neffe der Leiterin Waidiyawathi wird insofern eine mehrstündige Busfahrt erleben – eine Strecke -, um das restliche Geld am Freitag – unser letzter Tag hier – zu empfangen. Wimpernschlagfinale“. ;-)

KandeVihareAm folgenden Tag treffen wir uns dann mit den Hauptverantwortlichen von unserem Lions Club im nahen Tempel Kande Vihara. Allerdings geht es heute nicht um Buddha, sondern um die Ausbildung und Zukunftschancen von arbeitslosen Jugendlichen mit erfolgreichem Schulabschluss. Auf dem Gelände des Tempels befindet sich nämlich ein staatliches Ausbildungszentrum. Es gibt da in unseren Köpfen die Idee eines neuen Projektes, das Jubiläumsprojekt 2016. Die Leiterin des Zentrums ist hier und der kommunale Verantwortliche für Ausbildung und Arbeit von Jugendlichen ist auch geladen. Wir besichtigen zuerst die Räumlichkeiten, die zugegeben schon in die Jahre bekommen sind, aber bezogen auf Ausstattung und Organisation einen sehr guten Eindruck machen. Der Ausbildungsbetrieb läuft in unserer Anwesenheit parallel weiter. Das sind hier insbesondere eine Schneiderei, eine „Housekeeping-Klasse“, eine Elektrowerkstatt und eine Computer-Klasse. Alles gut bekannt bei uns, bis auf die Begrifflichkeit „Housekeeping“ vielleicht. Das sind die männlichen guten Geister in den Hotels, die für die gewünschte Sauberkeit und Ordnung sorgen. Also, alles Ausbildungsgänge, die sehr gute Beschäftigungschancen für die arbeitslosen Jugendlichen eröffnen. Man bietet uns an, für den zweiten Ausbildungsgang in diesem Jahr, beginnend im Juni 2016, talentierte Jugendliche zu benennen, die aus familiären Gründen die Kosten etc. nicht aufbringen können. Auch würde von staatlicher Seite dann bei der folgenden Job-Suche geholfen und auch unsere Freunde im Lions Club, im Wesentlichen Manager in der Hotelbranche hier vor Ort, bieten ihre Hilfe an. Also beste Chancen für ein nachhaltiges Projekt im Sinne unserer Vereinsregeln. Wir werden nach Rückkehr im Vorstandskreis der „Rosenkinder“ darüber beratschlagen und danach die Mitglieder – wie üblich – über ein evtl. neues Projekt informieren. Immerhin wäre der Vorlauf hier nur 3 Monate gegenüber unserem „Rosenkinder-Hostel“ in Panadura mit ca. 3 Jahren, neuer Landesrekord. ;-)
Am Abend des Donnerstag treffen wir uns dann noch mal final mit Dooland de Silva und Ehefrau Nandani, zwei der Verantwortlichen unserer Patenschaften. Nach unserer Einladung und etwas Überlegung planen die Beiden, an unserer Jubiläumswoche Ende August in Uetersen teilzunehmen. Große Freude darüber bei uns und viel Gesprächsstoff über Land, Klima und Visum etc. Der Abend klingt dann aus bei einem Dinner auf einer der schönsten Terrassen der Welt, in unserem so lieb gewonnenen Briefgarden.

Freitag, den 11. März 2016

Ein großes Finale für eine großartige Reise steht für heute an. Komisch, aber wahr, am Ende wird es immer noch ein wenig eng mit vielen Terminen in den letzten Stunden. Neben dem Standardprogramm am Strand etc. und den letzten Ayurveda Anwendungen stehen heute noch an:
Koffer einpacken – komisch am Ende ist der Koffer wieder gerammelt voll mit Geschenken für die Heimat, Emirates danke für 2x 30 kg frei ;-)
Abschlussbesprechung mit der Ayurveda Ärztin – wir sind zufrieden mit uns und sie ist es auch, die Prävention muss nun wieder für ein Jahr reichen!
Petra Gerlings trifft ein, wird erneut für 14 Tage ihre Mädchen in unserem Children Home in Balapitiya betreuen, Übergabebesprechung, was war, was soll werden!
Verabschiedung von allen Freunden hier im Hotel und im Hause Noble Mendis
….und dann ist dann noch das vorläufige Ende unseres Tanzschule-Holzfußboden-Projektes. Janaka ist auf dem Weg von Kandy nach Beruwala. Von den Kilometern wie von Hannover nach Hamburg, von den Stunden allerdings ein vielfaches. Gerade am Freitag, alles will ins Wochenende, ist das Fahren mit den öffentlichen Bussen nicht nur zeitaufwendig sondern auch sehr, sehr eng. Am Ende erscheint Janaka mit 3 Stunden Verspätung um 22 Uhr im eingesetzten strömenden Regen in Beruwala. Tränen pünktlich zu unserem Abschied! Er hat viele Bilder von der Entwicklung des Verlegens des neuen Teak-Bodens dabei und das überzeugt uns, dass die restlichen Quadratmeter auch schnell zu Ende gebracht werden. Also erfolgt als finaler Akt des Projektgeschehens in diesem Jahr heute noch die Schlusszahlung. Schade, dass wir nicht vor Ort waren, aber das holen wir in 2017 nach. Die letzte „nur“ kurze Nacht in diesem Jahr beginnt!

Samstag, den 12. März 2016

Heute der unvermeidbare frühe Transfer um 05:00 Uhr vom Barberyn zum Airport Colombo. Der Abflug um 09:50 Uhr ermöglicht es schließlich, dass wir am gleichen Tag noch in Hamburg ankommen. Der trotzdem doch lange Flug gibt Gelegenheit noch ein mal über das Erlebte und Geschaffte in den letzten 4 Wochen nachzudenken:
Sri Lanka war in diesem Jahr besonders heiß, mit täglich 34 bis 36 Grad, vielleicht auch Erderwärmung?
die Menschen und unsere vielen Freunde und Helfer hier lassen wir ungern zurück, wir kommen wieder!
unsere Projekte von den Patenschaften, über die Waisenhaus-Projekte bis hin zum neuen Holzfußboden in der Tanzschule sind alle „super“ verlaufen!!
neue Projekte im Jahr unseres Vereinsgeburtstages zeichnen sich ab und werden sich bestimmt bis zum Beginn der Festlichkeiten Ende August 2016 konkretisiert haben!?
wie es momentan aussieht werden Nandani und Dooland de Silva neben Noble Mendis in Deutschland dabei sein, ein wenig mehr Sri Lanka dann in Uetersen!
wir sind heil und gesund und voller Eindrücke nach 4 Wochen zurück
Sri Lanka 2017 kann kommen, wann, wie, was etc. wird sich noch ergeben

danke, für die Aufmerksamkeit

Dieter Kaske

Ende