11. Mitgliederinformation

  • dieter 

Liebe Mitglieder der “Rosenkinder” – Fördergemeinschaft für Kinder in Sri Lanka e. V.,
ich freue mich, Sie/Euch/Dich im Namen des Vorstandes zur 4. Mitgliederversammlung unseres Vereins “Rosenkinder” – Fördergemeinschaft für Kinder in Sri Lanka e. V.

am Freitag, den 7. Mai 2010 um 17:00 Uhr erneut ins Restaurant Café Breitengrad bzw. in den Bürgertreff Hamburg Altona einladen zu können.

Alles weitere ist der beigefügten Einladung und dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes zu entnehmen. Außerdem füge ich “Das Tagebuch – Sri Lanka 2010 – Unterwegs für die “Rosenkinder” bei als kleiner Vorgeschmack oder als Trost für alle die, die leider nicht der Einladung folgen können. Noch einen schöne Woche ;-) wünscht Dieter Kaske Vorsitzender Vorstand “Rosenkinder” – Fördergemeinschaft für Kinder in Sri Lanka e. V. Heidredder 3 25436 Uetersen www.rosenkinder.org info [at] rosenkinder [punkt] org Sri Lanka 2010 – Unterwegs für die „Rosenkinder“

Das Tagebuch

In freudiger Erwartung auf einen dreiwöchigen Urlaub verbunden mit dem Wiedersehen der „Rosenkindern“ starte ich in diesem Jahr etwas verspätet zusammen mit Ehefrau, Tochter Freya und Florian zu meiner sechsten Reise nach Sri Lanka. Unser Media-Team – Freya und Florian – sollen das Ganze in Bild und Film dokumentieren. Dies ist stets ein Wechsel in eine andere Welt und in diesem Jahr aus einem echten deutschen Winter in den Frühling mit einem Temperaturunterschied von über 40 Grad C. Hier nun der Bericht an die treuen Vereinsmitglieder und sonstigen Interessierten. Neben der Projektarbeit werde ich auch ein wenig von den übrigen Aktivitäten unserer Reise berichten. Bei Nicht-Interesse zum Überlesen, bei Interesse halt etwas mehr als die Projekt-Fakten, um auch die Stimmung, das Land und die Kultur dieser Region in Asien zu vermitteln. Vielleicht wird der eine oder andere dabei vom Charme der Insel auch angesteckt und bekommt Lust, selbst einmal das Land der „Rosenkinder“ zu bereisen.

13.02.2010 Start in Uetersen 12:00 Uhr und mit der Bahn via Hamburg zum Airport in Frankfurt. Dort mit Sri Lankan Airlines und einem überraschenden Stopp von einer Stunde in Mailand – inkl. Italienischen Passagierwechsel und Teilreinigung der Kabine – zum angeblichen Direktflug nach Colombo.

14.02.2010 Eintreffen pünktlich um 13:30 Uhr am Colombo Airport. Der Busfahrer erwartet uns und es geht im Supertempo – weniger als 2 Stunden für 75 km zum Haus unseres Freundes Noble Mendis, unserem diesjährigen Hauptquartier. Wir werden empfangen mit einem großen Transparent im Garten: Welcome Rosenkinder President Dieter Kaske & Familie – Germany Dort haben sich die Verantwortlichen vom Childrens Home aus Balaptija schon telefonisch gemeldet, um alles für unseren Besuch etc. zu bereden. Diese werden allerdings auf einen der nächsten Abende vertröstet. Dafür geht es an dem Tag aber noch traditionell zum Tempel nach Kanda Vihare, um uns den unentbehrlichen buddhistischen Segen für unsere diesjährige Mission zu holen. Danach gibt es noch eine kleine Party, denn neben unserer Ankunft gibt es noch den Geburtstag der Hausherrin Thelse und den auch in Sri Lanka sehr beliebten Valentinstag zu begießen. 15.10.2010 Wir nehmen Kontakt mit Dooland, dem Projektverantwortlichen vom Lions Club, für unsere Kinderpatenschaften auf und vereinbaren noch für den Tag ein Treffen für die weitere Planung. Die zeitliche Gestaltung ist nicht einfach, denn schließlich sollen die insgesamt 10 Rosenkinder in Deniyaya besucht werden und die arme Familie mit 4 Kindern in Mullapitija aus der Sonderförderung. Dooland überrascht uns mit 5 weiteren potentiellen „Rosenkindern“, die von einem Mönch in der Umgebung zusätzlich für eine Förderung vorgeschlagen werden. Wir machen einen groben Zeitplan und verabreden den Rest telefonisch zu klären. Der Rest des Tages gehört der klimatischen Eingewöhnung, denn schließlich kommen wir aus den heimatlichen „Minusgraden“ in gute 30 Grad plus.

16.02.2010 Wir nehmen Kontakt auf mit Chandani, der zweiten Projektverantwortlichen für die Kinderpatenschaften beim Lions-Club. Wir vereinbaren ein Treffen am nächsten Samstag in Colombo. Dort werden wir dann auch schon über die weitere Entwicklung und unsere Eindrücke vom anstehenden Besuch bei den Kindern in Deniyaya sprechen können. Außerdem gibt es heute schon einen Kontakt zu Sarath Kuragama. Er ist der Präsident der 14 Kinderheime in der Regie des All Buddhist Congress. Es wird unser erstes persönliches Treffen mit ihm werden und wir werden auch den neuen Präsidenten der Gesamtorganisation All Buddhist kennen lernen. Eine gute Gelegenheit neben dem laufenden Projekt auch endlich das gewünschte neue Vorhaben einer Sonderförderung von hochbegabten „Waisenkindern“ nach dem zwanghaften Verlassen der Heime zu besprechen. Und wenn schon geplant wird, dann gehört auch die Einladung zum Monats-Treffen des Lions Club dazu. Viele Treffen, aber alles auch sehr notwendig, um die Hilfe und die ausschließlich ehrenamtliche Organisation der Rosenkinder–Projekte mit unseren Partner abzusichern. Aber für heute steht auch der Besuch einer besonderen „Rosenkinder“-Familie an. Dooland holt uns ab und es wird eine Erfahrung in einem völlig armen sozialen Umfeld. Kurzer Rückblick: Im letzten September erreichte uns ein Hilferuf vom Lions-Club für eine besondere Notsituation. Eine junge Mutter, 4 Kinder (14, 8, 5 Jahre und 1 Woche) hatte 14 Tage vor der Geburt des jüngsten Sohn ihren Ehemann verloren. Mutter und Kinder waren somit völlig mittellos. Die Situation wurde durch unseren Verein übergangsweise über eine Sonder-Hilfe innerhalb einer Woche organisiert und damit schnell geholfen. Seit diesem Monat sind die beiden ältesten Kinder jetzt in der regulären Förderung im Rahmen der üblichen Kinderpatenschaften. Wir sind auf ein besondere Notsituation eingestellt, als wir – wie üblich – vorher eine Lebensmittelration für die Familie einkaufen gehen. Wir halten in einem Tempelgebiet und steigen über Stacheldrahtzäune, um in ein besonders armes Wohngebiet zu gelangen. Die 33 Jahre alte Mutter erwartet uns vor dem Haus wartend mit der Mutter ihres im letzten Herbst verstorbenen Mannes und Vater ihrer 4 Kinder. Die älteste Tochter Vasana (Rosenkind – 14 Jahre) wohnt aus Platzmangel im Nachbarhaus bei dem Bruder des Verstorbenen. Die 3 sehr , sehr einfachen Räume in der Behausung mit nur zwei Betten insgesamt müssen sich Oma, Mutter, das Mädchen Dilini (Rosenkind – 8 Jahre), der Junge Samandue (5 Jahre) und der jüngste Sohn Pasindue teilen. Diese Situation ist schon besonders schlimm und ein Beweis für die Sinnhaftigkeit unserer schnellen Hilfe. Nur durch die Tatsache, dass hier in der Nähe auch die zwei Brüder des Verstorbenen ihre einfachen Häuser haben und dort mit ihrer Familie leben, lässt sich gemeinsam das Überleben dieser nun vaterlosen Familie organisieren. Vom Staat bekommt die Mutter eine monatliche Unterstützung für die gesamte Familie von 1.000 Rupees, nur rund 7 Euro. Von unserem Verein jetzt den vierfachen Betrag zusätzlich. Dadurch hat diese Familie hoffentlich eine Chance und die älteren Kinder eine Bildungsaussicht in dieser besonders schlimmen Situation. Die Bilder hiervon zeigen mehr als 1.000 Worte. Einerseits schlimm, andererseits schön, hier helfen zu können.

17.02.2010 Strand, Palmen und der nahe gelegene indische Ozean mit 28 Grad und hohen Wellen sind ein idealer Ort, um auch Urlaub zu machen. Am Abend haben wir uns aber auch mit dem Komitee unseres Children Home in Balapitija verabredet. Jagath, Meril und Nalaka, alle aus dem Stamme der „de Zoysa`s“ kommen uns besuchen. Nalaka beherrscht die englische Sprache und er repariert auch noch die Computer für den Unterricht. Insofern ist er der dauerhafte Ansprechpartner. Aktuell berichtet er davon, dass die abgesprochenen Reparaturen abgeschlossen sind, der neue Drucker beschafft und der Internet-Anschluss grundsätzlich eingerichtet ist, allerdings noch kein Signal hat. Uns interessiert natürlich auch, dass die Anzahl der Kinder sich von 22 im Vorjahr sich aktuell auf 28 erhöht hat und dass die neue Unterrichtseinheit Mathematik auch bereits gestartet ist. Auch die Nähmaschinen sind wieder instand gesetzt. Also die besten Voraussetzungen, um vor Ort das ganze zu begutachten. Wir vereinbaren den Besuch am 3. März am Nachmittag. Dort sollen wir einen Einblick und Überblick über die nun geförderten Unterrichtseinheiten: Englisch, Singhalesisch, Mathematik, Computer, Schneidern sowie Musik und Tanz erhalten. Wie im letzten Jahr, wünschen sich die Mädchen neue Kleidung für den anstehenden buddhistischen Jahreswechsel. Im letzten Jahr waren wir mit Nilani der Leiterin noch gemeinsam einkaufen. Das daraus nicht optimale Resultat war eine nicht immer kindgerechte Passgenauigkeit der Kleidung. Alternativ könnten wir daher mit den 28 Mädchen im Schlepptau einkaufen gehen oder vielleicht besser mit einer Vertreterin jeder Größenklasse der Mädchen. Wir entschließen uns, die Organisation dem Komitee und Nilani zu überlassen und spendieren dafür 14.000 Rupees. Ein Betrag von ungefähr von 85 € für eine neue Einkleidung von 28 Mädchen ist auch wirklich nicht besonders teuer. Das weitere Geschäftliche und den Stand der finanziellen Abwicklung sollte zusätzlich beim anstehenden Besuch im All Buddhist Congress in Colombo besprochen werden. Die strikte Trennung von operativer Abwicklung durch das Komitee vor Ort zur finanziellen Abwicklung und Kontrolle durch All Buddhist hat sich über die Jahre bestens bewährt.

18.02.2010 Der heutige Tag ist der Erholung und der Vorbereitung auf die morgige Fahrt nach Deniyaya gewidmet. Bei 35 Grad C Luft und 28 Grad Wasser keine Erfrischung, aber eine mehr als erträgliche Wohltat.

19.02.2010 Heute steht die Fahrt nach Deniyaya an. Eine Region im Süden der Insel, aber im Landesinneren und abseits der beliebten Touristen-Region. Abfahrtzeit sollte ursprünglich 05:00 Uhr sein, wurde dann aber doch in Absprache mit dem Mönch in Deniyaya auf angenehmere 07:30 Uhr verschoben. Wir fahren zuerst auf der Küstenstraße 50 km in den Süden der Insel und dann hinter Galle 70 km in die die Berge bzw. zuletzt in die Teehügel hinauf. Das für eine solch „kurze“ Strecke dann doch stolze 3 1?2 Stunden ohne Pausen benötigt werden, daran haben wir uns schon gewöhnt, an das damit verbundene „Kurven“ eher nicht. Schließlich kommen wir in Kotapola – kurz vor Deniyaya – unserem Zielort an. Zuletzt geht es noch einen engen und sehr steilen Weg hoch und wir erreichen den Tempel, unser heutiges Ziel. Wir sind in Begleitung von Dooland und seiner Frau Nandani. Die Beiden kommen regelmäßig hierher, weil ein Besuch dieses Ortes und beim hier ansässigen Mönch für die beiden in schwierigen Situationen und bei gesundheitlichen Problemen stets hilfreich war. Dabei lernten sie auch die schwierige Situation der Kindern hier aus den Schilderungen im Tempel kennen. Wir lernen den Mönch Dr. Kirinde Anande Thera – ein studierter und promovierter Geistlicher nun auch kennen. Eine sehr beeindruckende Erscheinung im Wechselspiel von Buddhismus und Management seiner Gemeinde. Dazu gehören auch die 10 „Rosenkinder“ aus unserem Förderprogramm. Wir haben uns viel vorgenommen, nämlich diese heute alle zu besuchen. Insofern ist für diese heute „schulfrei“ organisiert worden. Doch zuvor gleiche ich mit dem Mönch unsere jeweiligen Buchführungen über die geförderten „Rosenkinder“ ab. Nach Anfangs nur 4 Übereinstimmungen, gehen am Ende nach ein paar Korrekturen in der Schreibweise bzw. im Tausch der erwarteten Geschlechter – Junge gegen Mädchen – die deutsche und singhalesische Buchführung vollständig auf. Dann gehen wir noch groß einkaufen für die 10 Familien. Insgesamt 100 kg Reis, 10 kg rote Linsen, 10 kg Zucker, 10 ltr. Kokosöl, 5 kg Milchpulver, 10 Pakete Kekse, 10 Dosen Fisch und, und, und das alles für rund 80 €. Die 11jährige Nishani ist unsere erste Station. Sie ist ein „Rosenkind“ der ersten Stunde. Die Mutter ist gestorben, der Vater hat das Kind verlassen und das Mädchen lebt seither bei der Schwester der Mutter. Nishani ist die drittbeste in der 45köpfigen 6. Klasse ihrer Schule und das Lieblingsfach ist Mathematik. Den Eindruck eines freundlichen und fröhlichen Kindes in einer schwierigen familiären Situation sind den Bildern unseres Besuches eindrucksvoll zu entnehmen. Unsere nächste Station ist die fast 10jährige Shalika. Der Vater ist Wanderarbeiter und nicht anwesend. Das Top-Ereignis unseres Besuches ist aber: Shalika hat vor 5 Tagen eine kleine Schwester bekommen. Dies gilt es zu bewundern. Daneben hat sie aber auch noch 4jährige Zwillingsschwestern. Diese sehr junge Familie mit unregelmäßigem kleinem Einkommen wohnt im Haus der Großmutter. Da die Mutter noch in der Klinik ist, wird das Baby von einer mobilen Krankenschwester betreut, die auch gerade anwesend ist. Shalika ist stolze Klassenbeste mit dem Lieblingsfach Englisch. Ein „Rosenkind-Mädchen“ aus einfachsten Verhältnissen mit einer Chance für eine bessere Zukunft. Die Familie der 9jährigen Pathum ist auch ziemlich groß. Der Vater ist Gelegenheitsarbeiter und die Mutter betreut die 14 jährige Schwester und die 4, 6 und 10jährigen Brüder alleine. Sein Lieblingsfach ist Mathematik und wir haben den Eindruck, dass Pathum und ihre Familie die regelmäßigen Einnahmen durch die Rosenkinder gut gebrauchen können. Die Unterkunft der Familie gehört zu den ärmlichsten, die ich in Sri Lanka gesehen habe – einfach unbeschreiblich. Danach besuchen wir die beiden Brüder Pumuditha (15 Jahre) und Shanuka (12 Jahre). Die Mutter ist chronisch krank – Asthma – und die medizinische Versorgung belastet das väterliche Einkommen stark. Der Vater ist über die familiäre Situation sehr verzweifelt und wünscht sich für seine Söhne „a better life“. Beide sind in der Schule herausragend mit den Lieblingsfächern Naturwissenschaften bzw. Mathematik. Die Beiden sollen ab dem nächsten Schuljahr auf ein anerkanntes Internat in Galle gehen und werden dann nur noch am Wochenende nach Hause kommen. Ohne regelmäßige finanzielle Unterstützung durch die Rosenkinder wäre das nicht möglich. Der 17jährige Harsha ist jetzt an der Reihe. Auch ein „Rosenkind“ der ersten Stunde und eine tragische Geschichte. Der ältere Bruder studiert in Colombo. Die Schwestern sind 12 bzw. 3 Jahre alt. 3 Tage nach der Geburt der jüngsten Schwester ist der Vater spurlos verschwunden. Man vermutet eine Straftat. Die 35jährige Mutter ist danach im Nachbarhaus in einem angrenzenden Holzschuppen untergekommen und die Kinder werden von dem „Onkel“ wie eigene unterstützt. Harsha ist viertbester in seiner Klasse und sein Lieblingsfach ist Wirtschaft. Ein toller junger Mann steht vor uns. Die 13jährige Prasanika ist die Tochter einer Teepflückerin in der Region – Tageseinkommen 1,20 €, an den Tagen, wenn die Arbeit möglich ist. Der Vater ist verstorben, die 19jährige Schwester studiert in Colombo und es gibt noch einen 16jährigen Bruder. Prasanika ist siebtbeste in der 52köpfigen Klasse und ihre Lieblingsfächer sind die Naturwissenschaften. Mutter und Tochter wohnen in den Hügeln und sind uns ins Tal entgegen zu uns gekommen, weil der Aufstieg weit und nicht per Auto möglich ist. Die 17jährige Chaminda treffen wir leider nicht an. Der Vater ist Gelegenheitsarbeiter und die Mutter versorgt den körperbehinderten 19jährigen Bruder. Chaminda geht aufs College im entfernten Matare. Auch die 17jährige Chamari treffen wir nicht an. Sie ist auf dem Weg zum a-level, Fachabitur naturwissenschaftlicher Zweig und will studieren. Dies wäre ohne die Unterstützung durch die Rosenkinder bei den nur unregelmäßigen Einkünften des Vaters als Gelegenheitsarbeiter nicht möglich. Den Besuch von Samanthi können wir leider auch nicht mehr erledigen, da die Zeit knapp geworden ist und die Entfernung zu ihr sehr weit ist. Ich kenne allerdings unsere 21jährige erste „Rosenkind“-Studentin aus der ersten Begegnung vor 3 Jahren schon persönlich. Stattdessen stellt uns der Mönche noch die 8jährige Awiski und die 14jährige Satini als mögliche neue Rosenkinder vor. Der Vater ist verstorben, die Mutter verschwunden und die Beiden leben nun beim Großvater. Nach außen merkt man den Dreien ihr schweres Schicksal nicht an. Der Vorstand der Rosenkinder wird nach meiner Rückkehr über eine mögliche Förderung der Beiden entscheiden. Nach dem ersten Eindruck kann man allerdings kaum nein sagen. Wir kehren schließlich mit dem Mönch zu seinem Tempel – fast vollständig verrichteter Dinge – zurück. Der Dank meinerseits für sein hervorragendes Engagement bei der Auswahl und Kontrolle der „Rosenkinder“ in seinem Bezirk und seinerseits für unsere Unterstützung aus Deutschland beenden die heutige Projektarbeit. Es folgt dann noch eine kleine persönliche buddhistische Zeremonie. Wir beenden so die eindrucksvollen Stunden in der wunderschönen Teeregion. Auf der erneut fast 3 1?2 stündigen Rückfahrt – dieses mal durch das Landesinnere – können wir die Eindrücke des Tages und die Situation der „Rosenkinder“ in und um Delijaja etwas mental aufarbeiten. Diese Kinder sind eine eindrucksvolle Bestätigung unserer Hilfe für begabte Kinder aus armen Verhältnissen.

20.02.2010 Am heutigen Samstag ist die Fahrt nach Colombo zum All Buddhist Congress angesagt. Mit Tuk-Tuk (Threewheel), Schnellbus und erneut Tuk-Tuk benötigt man für die 35 km gute 2 Stunden im Verkehrsgewühl der Küstenstraße und Landeshauptstadt. Dort werden wir schon im Büro bzw. Besprechungszimmer vom Präsidenten des All Buddhist Congress Jagath Sumathipala und dem Vizepräsidenten dieser Organisation und Präsidenten des National Child Welfare Council Sarath Kuragama sowie dem Generalsekretär von All Buddhist Major Jalija Nammuni und weiteren Referenten und Assistenten begrüßt. Kurz gesagt – großer Bahnhof für die Vertreter der „Rosenkinder“. Wir hören gerne den Dank für unsere langjährige und dauerhafte Unterstützung für die Mädchen im Childrens Home in Balapitija. Wir hören auch gerne, dass ein Schwerpunkt der Steuerung und Kontrolle durch diese Organisation neben der finanzielle Kontrolle auch die Sicherstellung von guten Resultaten durch die von uns geförderten Kurse ist. Aber noch lieber hören wir, dass unsere im letzten Jahr entstandene und dem All Buddhist Congress vorgeschlagene Idee einer speziellen Begabtenförderung für ausgesuchte Kinder aus allen 15 Kinderheimen nun doch realisiert werden soll. Dies ist aber bezogen auf Inhalt und Vorgehen Neuland für All Buddhist und erfordert eine entsprechende Vorarbeit. Dies insbesondere, weil damit eine Betreuung der Jugendlichen über das 18 Lebensjahr hinaus verbunden ist und das Zusammenführen und Mädchen und Jungens und die Unterbringung in einer Eliteklasse. Als Ort hierfür ist Kalutara an der Westküste von Sri Lanka vorgesehen und es bestehen auch bereits Unterrichtsräumlichkeiten. Zusätzlich will All Buddhist Congress ein Wohnprojekt ähnlich einem SOS Kinderdorf auf einem eigenen Grundstück errichten. Hier könnte dann auch eine Wohneinheit für die Eliteklasse entstehen. Diese Vorgehensweise ist völlig neu. Neben der neuen Begabtenförderung, dem neuen Wohnkonzept ist dies insbesondere neu, weil erstmalig Mädchen und Jungen zusammengefasst gefördert werde. Die übrigen Einrichtungen von All Buddhist sind jeweils geschlechtsspezifisch organisiert. Wir sehen uns die Planungsunterlagen und Zeichnungen an. Die konkrete Projektbeschreibung sollen wir in einigen Monaten erhalten und damit auch den Kostenrahmen dieser Maßnahme. Wir verdeutlichen in diesem Zusammenhang, dass der Rosenkinder-Vereinszweck insbesondere die Finanzierung von direkter Ausbildungsmaßnahmen und nicht die Finanzierung von baulicher Infrastruktur ist. Denkbar wäre allerdings auch ein größerer Projektrahmen zusammen mit der Asienbrücke Hamburg. Der Präsident sieht auch die grundsätzliche Möglichkeit, dass unser Verein sein Förderprogramm auch in weiteren der insgesamt 15 Waisenhäuser realisieren könnte. So ist auch das Knaben Waisenhaus in Kurunagele seit neuestem ein Childrenshome in der Regie von All Buddhist. Dieses hatten wir im letzten Jahr besucht und einen Überblick über die Situation dort verschafft. Hier ergäbe sich eine ähnliche positive Infrastruktur wie in Balapitija mit Ansprechpartnern vor Ort und der Kontrolle von Colombo aus, aber schwierige räumliche Verhältnisse. Wir verabschieden uns und kehren mit einem guten Gefühl für das angestrebte neue Projekt nach Beruwala zurück.

21.02.2010 Am Sonntag soll die Projektarbeit ruhen und daher unternehmen wir mit unserer Gastfamilie einen Ausflug in den Süden der Insel. Die sehr schwer vom Tsunami getroffene Stadt Galle, die Stelzenfischer in Weligama und das Strandleben im etwas alternativen Hikkadua stehen auf dem Programm.

22.02.2010 Der heutige Tag ist ein weiterer Ruhetag und dient der Vorbereitung des Treffens mit unserem Lions Club Aluthgama/Bentota in Colombo. Vorher muss allerdings noch der Rahmen für die Ehrenurkunde des neuen Ehrenmitgliedes Mrs. Chandani Withana beschafft werden, das Holz in den Vereinsfarben der Rosenkinder individuell gefertigt. Schließlich werden wir von Dooland und seiner Frau Nandani abgeholt und fahren mit dem diesjährigen Präsidenten des Lions Clubs von Beruwala nach Colombo. Auch dieser ist kein Unbekannter, nämlich Manick Rodrigo, der Inhaber vom Barberyn Ajurveda Ressort in Beruwala bzw. Weligama. Ein Bekannter aus Tsunami-Zeiten und auch schon Gast in Deutschland bei von mir organisierten Veranstaltungen. So treffen wir schließlich in Colombo viele alte Bekannte aus der Projektarbeit der „Rosenkinder“, aber auch aus den Tsunamiprojektzeiten. Ein würdiger Rahmen um Chandani im Namen des Vorstandes und der Mitglieder unseres Vereins für den Aufbau der Kinderpatenschaftsprojekte zu danken und mit der Ehrenmitgliedschaft zu ehren. Übrigens bin ich seit dem Abend auch Mitglied des Lions Club Aluthgama/Bentota. Insofern eine schöne gegenseitige Verbundenheit zwischen den beiden Organisationen in Deutschland und Sri Lanka.

23.02.2010 Den Ausbau dieser Verbundenheit können wir gleich am nächsten Tag gestalten. Dooland will uns 5 neue Roseninder in 3 Familien vorschlagen. Insofern beginnt die Exkursion mit dem üblichen Einkaufen der nahrhaften Gastgeschenke. Das Dorf mit den Kindern liegt ca. 1 Stunde im Landesinneren, also etwas abseits und augenscheinlich auch viel ärmlicher wie in der Küstenregion. Wir fahren zuerst zum Tempel, denn die neuen Kinder wurden dem Lions Club vom ortsansässigen Mönch vorgeschlagen. Die Kinder haben sich auch dort bereits eingefunden, allerdings stellt sich dabei eine landestypische kleine Änderung heraus, denn es sind 4 Kinder in 4 Familien. Insofern haben wir ein kleines Problem mit der Anzahl der im Supermarkt „Food City“ eingekauften nahrhaften Gastgeschenke. Kurz entschlossen suchen wir daher den örtlichen „Supermarkt“ auf. Dieser ist rein optisch als „Landkiosk“ natürlich unvergleichbar. Kaufen kann man hier auch alles – nur lose und individuell abgepackt. Für das Kokosöl wird z. B. noch schnell eine leere Arakflasche (ortsüblicher Alkohol, ortsüblich in zu großen Rationen genossen) besorgt. Dann brechen auf im Fußmarsch mit den vier Kindern zu ihren jeweiligen Behausungen. Zuerst besuchen wir den 14 jährigen Chanika Sampath. Der Vater ist körperlich sehr eingeschränkt und die Mutter verdient daher hauptsächlich den Lebensunterhalt der Familie als Teepflückerin. Die 24 Jahre alte noch ledige Schwester trägt auch zum Familieneinkommen bei und der 19 jährige Bruder ist ohne Schulabschluss und hat keine Arbeit. Dieses Schicksal soll Chanika erspart bleiben. Er ist ein guter Schüler und sein Lieblingsfach ist die Mathematik. Danach zieht die Karawane weiter zum Haus von Supun Asanka. Uns war schon aufgefallen, dass der 14 jährige Junge sehr intensiv von dem Mönch „bemuttert“ wurde. Jetzt erfahren wir auch warum. Supun lebt mit der Großmutter im Haus des Onkels. Der Vater ist kürzlich verstorben, wie bereits zuvor die Mutter und der ältere Bruder. Mit Ausnahme des Vaters alle an einer vererblichen Nierenerkrankung. Auch die Schwester wird bereits akut in der Klinik stationär behandelt. Das schwere Schicksal ist dem Jungen deutlich anzumerken, vielleicht auch schon der Beginn der eigenen, dann erblich vorbestimmten todbringenden Erkrankung. Supun ist ein guter Schüler mit Spaß an der Schule, insbesondere am Unterricht seiner Muttersprache Singhalesisch. Auch die Lebensumstände des nächsten Kindes sind nicht viel besser. Die 13 jährige Hansami Mudumali lebt im sehr ärmlichen Haus des Großvaters. Der Vater ist seit 2 Jahren verschwunden, wahrscheinlich verstorben und die Mutter arbeitet für den Familienunterhalt in einer Kleiderfabrik für 175 Rupees am Tag. Die etwas mehr als 1,10 € stehen wirklich in keinem wertmäßigen Zusammenhang zu den Produkten dieser Fabrik, die man unter verschiedenen Labels in Europa kaufen kann. Der jüngeren Brüder sind 8 und 11 Jahre und die kleine Schwester ist gerade 3 und hat ihren Vater nie kennengelernt. Hansami ist eine sehr gute Schüler an Position 10 der 40 köpfigen Klasse. Das Lieblingsfach des sehr freundlichen, aber zurückhaltenden Mädchen ist die Mathematik. Schließlich besuchen wir noch die 14 jährige Dishani Sulakshani. Der Vater ist Wanderarbeiter, die Mutter versorgt die Familie. Die jüngeren Geschwister, Schwester 4 Jahre und Bruder 7 Jahre leben in einem einfachen Haus am Hügel. Dishan ist eine gute Schülerin und ihr Lieblingsfach ist auch ihre Muttersprache. Schließlich kehrt die Karawane zurück zum Tempel. Dort gab es dann noch ein Gruppenbild mit dem Mönch. Reinlich äußerlich eher eine etwas grob wirkende Erscheinung, der sich aber offensichtlich sehr um das wohl seiner armen buddhistischen Gemeinde bemüht. Wir erklären, dass wir uns nach der Rückkehr nach Deutschland über die Förderung dieser Kinder im Vorstand der Rosenkinder entscheiden werden und ihn dies dann über den Lions Club wissen lassen. Wir danken ihm zumindest für den Vorschlag und die Betreuung der Kinder hier und kehren mit dem Gefühl, wahrscheinlich 4 neue Rosenkinder gefunden zu haben, in unser Quartier zurück.

24.02.2010 Heute fahren wir mit dem Bus nach Colombo. Auf dem Plan steht die Besichtigung der Stadt und ein erneutes Treffen mit dem Präsidenten von All Buddhist Jagath Sumathipala und dem Präsidenten der 17 Kinderheimen Sarath Kuraggama der Organisation zum Mittagessen. Die Hauptstadt von Sri Lanka ist nicht gerade eine Schönheit. Sie zeigt aber gnadenlos den Unterschied von sehr, sehr arm und entsprechend reich. Einkaufen von fast umsonst bis europäisch überteuert inklusive. Schließlich fahren wir in das Unternehmen von Jagath. Dieser ist wie alle Helfer der „Rosenkinder“ ehrenamtlich humanitär tätig und im Alltag Inhaber und Leiter eines der größeren Unternehmen im Lande mit 3.500 Angestellten. Die Zentrale liegt mitten in der Stadt und die Räumlichkeiten sind sehr beeindruckend in Größe und Ausstattung. Wir sprechen in dieser Luxus-Umgebung über die gemeinsamen Projekte und die weitere gemeinsame Vorgehensweise unserer bestehenden und zukünftigen Projekte. Das Treffen endet mit dem Lunch im angrenzenden firmeneigenen chinesischen Restaurant. Danach fahren wir zu einem Familientreffen unserer Gastgeber-Familie. Der Schwager der älteren Schwester von Noble ist vor drei Monaten gestorben. Landesüblich trifft man sich zur Erinnerungsfeier wieder. Heute begleitet von einem Mönch und fast 100 Gästen.

25.02.2010 Nach der Nacht in einem Hotel in der Nähe kehren wir zurück in das ehemalige Trauerhaus. Die unmittelbare Familie hat die Nacht durchgearbeitet und das Essen für die heute 8 angekündigten buddhistische Mönche und eine Schar von 200 angekündigten Gästen zubereitet. Wir erleben noch die sehr eindrucksvolle Zeremonie mit den Mönchen. Bevor alle Gäste da sind, brechen wir ins Landesinnere auf. Auf dem Plan steht neben Kultur und Land & Leute die Kontrolle unseres Sonderprojektes im Ayurveda Krankenhaus in Kurunagele, sowie das neu geplante Vorhaben für arme Kinder in der Tanzschule in Kandy. Zuvor steht allerdings noch der Besuch in einem ganz anderen Waisenhaus auf dem Plan. Weltbekannt und super gelegen, Pinnawala, dieses ist allerdings nur für Elefanten eingerichtet. Mit Blick auf die Badestelle der Tiere am Fluss beenden wir diesen Tag auf der Terrasse unseres Hotels.

26.02.2010 Die Sonne geht auf am Elefantenfluss, noch sind wir allerdings hier allein. Keine Touristen und erst drei Elefanten sind am Fluss. Für ein paar Rupees dürfen wir diese waschen, ein unvergessliches Erlebnis. Die Idylle ändert sich allerdings dann sehr schnell. Massen von Elefanten und ein vielfaches an Touristen treffen ein. Wir brechen nach der Besichtigung der Elefanten im angrenzenden Park und beim anschließenden Bad im Fluss auf und fahren mit dem Bus weiter nach Kurunagele. Hier steht auf dem Plan der Besuch im Ajurveda Krankenhaus und die Erkundung der Situation im Knabenwaisenhaus. Im Ajurveda Krankenhaus haben wir bekanntlich zusammen mit der Asienbrücke einen Kühlschrank finanziert in der Absicht, evtl. für das Knabenwaisenhaus am Ort eine Kontrollinstanz mit den Ärzten zu organisieren. Wir unterhalten uns mit Freunden in Kurunagele über die aktuelle Situation im Knabenwaisenhaus. Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht in dem Zusammenhang. Der bauliche Zustand des Hauses hat sich weiter verschlechtert und es gibt dringenden Reparaturbedarf. Positiv zu werten ist allerdings, dass das All Buddhist Center dieses Haus jetzt auch in seine organisatorische Obhut nimmt. Da könnten sich die räumlichen Gegebenheiten schnell merklich verbessern und den Aufbau von Förderunterricht durch die „Rosenkinder“ zulassen. In der jetzigen räumlichen Situation ist ein Förderunterricht leider nicht möglich. Unter der Regie von All Buddhist und mit Unterstützung unserer Freunde vor Ort könnte so absehbar ein weiteres Projekt für die Knaben analog wie für die Mädchen in Balapitija entstehen. Wir beschließen das Haus in diesem Jahr nicht direkt zu besuchen. Durch unseren erneuten Besuch könnte sich die Erwartungshaltung zu sehr verstärken, ohne das wir schon konkret etwas anbieten könnten. Viel mehr wollen wir nach der Rückkehr nach Deutschland die Pläne und den Zeitplan bei All Buddhist erfragen und in diesem Zusammenhang die Förderung eines zweiten Hauses bzw. Projektes in Kurunagele in Aussicht stellen. Damit wäre dann ein weiterer Meilenstein im Projektaufbau der „Rosenkinder“ erreicht. Danach beschränkte sich der Besuch im Ajurveda Krankenhaus auf die Besichtigung des Medizin-Kühlschrankes auf der Männerstation des Hauses. Die Leiterin des Hauses zeigt uns diesen mit einem unübersehbar Schild der Stiftung durch den Verein Rosenkinder. Über die Spende hat es sogar einen Bericht mit Bild in der Sri Lanka Zeitung im Zusammenhang mit anderen deutschen Projekten gegeben. Die Leiterin des 1974 gegründeten Hauses erklärt uns den Aufbau des Hauses mit 22 Ärzten, 8 Stationen mit 228 Patienten sowie 500 bis 600 weiteren ambulanten Behandlungen am Tag – und das alles bei freier medizinischer Versorgung für die Patienten. Allerdings für technische Geräte fehlen die staatlichen Mittel, wie unser Vorhaben gezeigt hat. Mit dem Dank für unsere Unterstützung verlassen wir das Haus in Kurunagele und fahren weiter nach Kandy. Da steht das nächste Projekt an, nämlich die Sonderförderung der „Madyama Lanka urch Nrutja Mandalaya Tanzschule“ auf dem Programm.

27.02.2010 Nach dem Frühstück mit Blick auf eine Horde Affen, die Ihren Spaß daran hat in dem Hotel die Balkons zu erobern und die dort hinterlegten Sachen vom 6. Stock in den Innenhof zu werfen, fahren wir mit dem Tuk-Tuk zur Tanzschule. Dort läuft gerade der Samstag Unterricht im traditionellen Kandian Tanz. Es sind ca. 15 Kinder ab 6 Jahre und auch ein Handvoll ältere Jugendliche intensiv mit dem Tanztraining beschäftigt. Drumherum herrscht Hektik, denn es wird auch heftig gebaut bzw. repariert am 60 Jahre alten Gebäude. Bei lediglich 3.000 Rupees (ca. 20 €) jährlicher staatlichen Unterstützung für Gebäude und Unterricht geht dies nur durch Spenden aus dem Ausland; und die sind eher rar. Wir sprechen mit der Leiterin der Schule Frau Prof. Dr. Waidyawathie Rajapakse. Sie ist die Tochter eines der berühmtesten Kandy Dance Tänzer und Lehrer. Sie unterrichtet hier insbesondere am Wochenende mit ihrer Schwester und dem Neffen und der Nichte insgesamt 67 Schülerinnen und Schüler. Obwohl der traditionelle Tanz historisch eher Männersache ist, ist das weibliche Geschlecht deutlich in der Überzahl bei den Aktiven. Wir sind außerhalb von Kandy – im Hinterland auf dem Lande. Entsprechend sind die Leute eher arm und gehören zur gesellschaftlichen Unterklasse. Das bedeutet, dass in der Regel der monatliche Preis für den Tanzuntericht von 0,30 bis 0,60 € für sie nicht bezahlbar ist und diese Kinder aber bei Waidya freien Unterricht erhalten. Hier soll die Hilfe der „Rosenkinder“ ansetzen. Wir werden für diese Kinder, die etwas die Hälfte der insgesamt 67 Schüler ausmachen, die Unterrichtskosten übernehmen. Durch das zusätzliche Geld können dann andere Ausgaben für den Unterricht bestritten werden und perspektivisch auch das Dach weiter repariert und die teilweise eingestürzten Wände wieder hergestellt werden. Der Traum von Waidya wäre eine Holzfußboden im Übungsraum, statt des geflickten Betonbodens. Aber noch wichtiger ist ihr, dass die über 2.000 Jahre alte Tradition von Tanz und Trommeln als einmaliges Kulturgut erhalten bleibt. Nicht wie in Kandy betrieben, touristisch verfälscht bzw. durch westliche Elemente in den 3 offiziellen Kandy Dance Shows entstellt wird. In der Schule hospitiert in diesem Jahr eine deutsche Ethonologie Studentin. Sie bietet an, uns vor Ort bei der administrativen Abwicklung unterstützen. Wir vereinbaren eine Zahlung in Raten mit Vorlage eines Verwendungsnachweises. Wir verlassen die Schule und verbringen den Tag in der ehemaligen Königsstadt mit dem weltberühmten Zahntempel. Am Abend steht allerdings noch ein Highlight an. Es ist die Vollmondnacht, der monatliche Höhepunkt im buddhistischen Leben. In dieser Nacht ist eine klassische Kandy Tanzzeremonie oben auf dem Hügel oberhalb von Kandy in einem der ältesten und bedeutendsten Tempelanlagen Sri Lankas organisiert. 6 Tänzer und 6 Trommler unterhalten 6 Mönche und an die 200 Gäste aus den umliegenden Dörfern. Diese sitzen auf Matten auf dem Boden umringt von Kokusnussfackeln im Vollmondlicht unter dem Bodhi-Baum und verfolgen das zweistündige Schauspiel. In den Jahren zuvor hatte ich bereits zwei unterschiedliche Kandy Tanzshows gesehen, heute erleben wir das Original und fühlen uns bestärkt in der Förderung dieses Sonderprojektes der Rosenkinder.

28.02.2010 Mit Zug geht es heute weiter von Kandy ins Hochland nach Nua Eliya. Der Schnellzug schlängelt sich sehr langsam hoch in die Berge. Tolle Landschaft rechts und links, allerdings auch von 36 Grad im Schatten nur noch magere nicht mal 20 Grad am Tag und bzw. 10 in der Nacht. Hier werden wir uns ein wenig von den Projekteindrücken und -arbeiten erholen.

01.03.2010 Es ist ein komisches Gefühl in Sri Lanka zu frieren, aber bei mehr als 2.000 Meter über dem Meeresspiegel sind die Temperaturen „very British“, nur dass der Regen freundlicherweise fehlt. Um uns aufzuwärmen fahren wir zum „World’s End“ – eine Hochebene mit Schluchten, Wasserfällen und ein Fußmarsch zur gleichnamigen tiefen Schlucht von über 3 Stunden. Irgendwie ist hier Sri Lanka anders, Tee- und Gemüseplantagen wohin man blickt und auch Weideflächen bzw. Almen mit Kühen. Aber irgendwie fehlt uns hier die Hitze und das Meer.

02.03.2010 Wir fahren zurück mit dem Kleinbus aus der Hochebene an die Westküste. Zu bewältigen sind ca. 230 km. In vielen Kurven geht es hinunter. Kaum zu glauben, aber für diese Strecke benötigt man mit wenigen Pausen fast 9 Stunden. Am Abend kommen zwei Vertreter vom Waisenhaus zur weiteren Vorbesprechung für den Besuch am kommenden Tag. Wir bekommen noch eine umfangreiche Liste mit Wünschen für Unterrichtsmaterialien. Auch bekommen wir freudig erzählt, dass heute ein neues Kind angekommen ist und somit die Anzahl der Kinder sich von 28 auf 29 erhöht hat. Wir freuen uns auf das Wiedersehen am nächsten Tag und gehen nach den Strapazen der langen Fahrt früh schlafen.

03.03.2010 Heute ist Balapitija-Tag. Das bedeutet zuerst einmal groß Einkaufen bzw. Bestellen. Zuerst geht es in eine Bäckerei, um das Abendessen für den Besuch im Childrens Home zu bestellen. Die Mädchen haben sich abweichend vom üblichen Reis und Curry Sri Lanka Fingerfood gewünscht. Insofern bestellen wir für 55 Personen scharfe Pizzatörtchen, Fischkugeln, Eierkroketten und so weiter und dann noch je einen Becher Joghurt. Danach beglücken wir einen Schreibwarenhändler am Ort, denn die Kinder haben sich eine große Menge an Schreib-, Mal- und Bastelutensilien gewünscht. Es ist schon ein Erlebnis, wenn 1.000 Blatt Papier einzeln abgezählt werden müssen – und dies in verschiedenen Farben und Größen. Kleber, Hefte, Scheren und englische Literatur ergeben schließlich einen riesigen Berg Unterrichtsmaterialien für die Kinder. Schließlich brechen wir pünktlich zu dem angekündigten Besuch auf. Beim Eintreffen erleben wir, dass unsere deutsche Pünktlichkeit für die Offiziellen im Childrens Home überraschend kommt. Zumindest müssen wir unsere Einfahrt in die Anlage wiederholen, damit die 29 Kinder, 2 Betreuerinnen, 6 Lehrer und das Komitee des Hauses uns am Tor mit Trommelklang und Tanz stilecht empfangen können. Mit Blumenkränzen um den Hals geschmückt werden wir schließlich durch das Tagesprogramm geführt. Nach der Begrüßung durch den Englisch bzw. Computerlehrer werden wir schließlich auch noch durch die beste Schülerin begrüßt. Schon bekannt von unserem letzten Besuch, ist sie die Alleskönnerin in Wort, Technik und Begabung. Ein wunderbares Beispiel für die Sinnhaftigkeit der von uns angestrebten Weiterförderung von herausragend begabten Kindern. Danach erfolgt noch eine Singspiel in Englisch. Danach werden wir in den Computerraum geführt. Hier stehen die 6 Computer, 4 „laufen“ und die beiden restlichen bekommen demnächst ein neues Motherboard. Dann werden diese, wie auch der neue Multifunktionsdrucker für den Unterricht bereitstehen. Schließlich beginnt eine Unterrichtseinheit mit allen MS-Office-Produkten. Von den Kindern erhalten die 12 ältesten Mädchen jede Woche 3 Stunden den zukunftsweisenden Unterricht. Die Netzwerkeinbindung aller Computer ist noch nicht komplett und die Internet- Einbindung beim ersten Provider gibt noch keine Signale. Nalaka, unser Techniker aus dem Komitee, versichert uns einen kurzfristigen Erfolg auch in dieser technischen Disziplin. Zumindest erfahren wir, dass unsere Förderstätte das erste Kinderheim bzw. Waisenhaus in Sri Lanka sein wird mit Zugang ins World Wide Web. Das macht uns stolz. Danach geht es hinaus in den Garten. Dort werden uns die 12 neuen Kinder vorgestellt, die seit dem letzten Jahr neu ins Childrens Home gekommen sind. Die Mädchen sind im Alter von 7 bis 18 Jahren, darunter zwei Geschwistermädchen. Der jüngste Zugang von vor 2 Tagen wird uns auch vorgestellt. Dieses Mädchen ist noch sehr schüchtern und zeigt auffällige Hautverfärbungen im Gesicht. Man könnte vermuten, dass das Kind Spuren von Schlägen hat und daher behördlich angeordnet hier eine neue bessere Heimat gefunden hat. Das Aufzählen von Namen und Alter erspare ich mir. Vier Kinder haben die Einrichtung in diesem Jahr „erfolgreich“ verlassen. Danach erfolgen im Garten noch verschiedene Englischübungen und Tänze bzw. Gesänge von einzelnen Kindern bzw. Gruppen nach Alter. Man merkt den Mädchen deutlich an, wie viel Freude, aber auch Ehrgeiz diese bei der Vorstellung haben. Danach überreichen wir den Mädchen einzeln die Kleidung und den Berg mit den Unterrichtsmaterialien. Danach geht es weiter in den Nähraum. Hier erleben wir eine Unterrichtseinheit an den frisch reparierten Maschinen und es werden uns Näharbeiten der kleinen und großen Mädchen gezeigt. Alles wunderschön und das besondere ist, dass viele dieser Stücke – z. B. wunderbare Kissen – verkauft werden und so dass Unterrichtsmaterial für dieses Fach davon beschafft werden konnte. Zuletzt kamen so 15.000 Rupees zusammen, ein staatlicher Betrag in der Landeswährung. Danach haben wir Gelegenheit mit den anwesenden Lehrern/innen zu sprechen. Ein Lob unsererseits für die Unterrichtserfolge bzw. seitens der Lehrer für die motivierten Kinder und die großzügige Unterstützung durch die „Rosenkinder“ runden die Demonstration unserer Projekterfolge ab. Danach servieren wir – wie ortüblich – den Mädchen ihr gewünschtes Abendessen und der Abend endet ausgelassen mit einer gemeinsamen Bollywood-Tanzeinlage. Schließlich verlassen wir nach 5 Stunden erschöpft, aber auch zufrieden das Childrens Home in Balapiitija verbunden mit dem Dank der Kinder, Lehrer und dem Komitee. Wir sind sicher, ein herausragendes Kinderheim, Waisenhaus in der Obhut der „Rosenkinder“ organisiert zu haben. Dies geht aber nur durch die engagierten Mitglieder des Komitees vor Ort und durch das „Controlling“ durch All Buddhist in Colombo.

04.03.2010 Wir haben jetzt die Hauptpunkte der Projektarbeit „Rosenkinder“ abgeschlossen und gönnen uns für den Rest der Zeit die Urlaubsseiten des Paradieses im Indischen Ozeane namens Sri Lanka. Am Abend gibt es aber noch eine gute Gelegenheit über unseren Aufenthalt und die Projekte zu meditieren. Wir setzen über mit dem Boot zum Sonnenuntergang auf eine Halbinsel im Indischen Ozean. Hier ist ein Kloster mit zwei Mönchen, die hier in aller Abgeschiedenheit leben. Die Insel ist eine komplette sehr natürlich gehaltene Klosteranlage. Darin gibt es auch einen wunderschönen Meditationsraum mit 4 steinernen Buddhas in den typischen Körperhaltungen. Nach einem buddhistischen Eingangsgebet führt uns der Mönch durch eine Meditation in englischer Sprache und beendet diese nach fast einer Stunde mit einem erneuten Gesang. In dieser Zeit ziehen die Bilder unserer intensiven und überaus erfolgreichen Projektarbeit wie ein Film durch unsere Gedankenwelt.

05.03.2010 Auch der Freitag dient insbesondere der Erholung und somit auch der touristischen Seite unseres Aufenthalts. Im Vergleich zu den Besuchen in den Vorjahren ist eine deutlich größere Anzahl von Ausländern aus allen Herren Ländern zu verzeichnen. Nach dem Tsunami 2004 und dem danach wieder aufflammenden Bürgerkrieg ist nach dessen Beendigung wieder die Normalität eingekehrt. Im Vergleich zu anderen Touristenregionen der Welt ist die Anzahl oder auch Dichte an den Stränden und anderen kulturellen Höhepunkten des Landes noch sehr, sehr gering. Am Abend steht aber noch ein abschließenden Treffen mit Vertretern des Lions Club Aluthgama/Bentota im Brief Garden an. Brief ist ein architektonische, floristische und künstlerische Idylle im Hinterland von Beruwala gelegen. Dooland hat uns zum Dinner eingeladen. So können wir in der Stimmung eines großartigen Sonnenunterganges die Ergebnisse und Erlebnisse unserer Rosenkinder Projektexkursionen und das weitere Vorgehen besprechen. Im Laufe der Zeit bzw. der gemeinsamen Projektentwicklung der Rosenkinder-Patenschaften hat sich im Laufe der Zeit zu einer wirklichen Freundschaft entwickelt. Das Treffen mit unseren Freunden klingt – für dieses Jahr – in einer fröhlichen und geselligen Runde gegen Mitternacht aus. Die Rückfahrt im wahrsten Sinne über Stock und Stein bringt uns in den letzten Tag unserer Reise.

06.03.2010 Noch einmal Baden im Indischen Ozean mit fast 30 Grad und heute fast 3 Meter hohen Wellen. Im Gepäck haben die vielen Geschenke und Mitbringsel auch das Einpacken für die Rückfahrt zu einer logistischen Meisterleistung gemacht. Am Abend steht noch eine kleine Abschiedsfeier in unserer Gastfamilie an. Hierfür kommen eigens einige Freunde und Verwandte nach stundenlangen Busreisen extra angereist. Schon sehr toll und bewegend auch diese Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit zu genießen. „Mit einer Träne im Knopfloch“ machen wir uns auf unsere fast 24stündige Rückreise mit Van, Flugzeug, ICE von Beruwala, Sri Lanka ins „Vereinshaus“ im immer noch winterlichen Uetersen zurück. Zeit genug, um die gesteckten Ziele und Pläne für unsere Projekte mit den Ergebnissen und Erlebnissen unserer diesjährigen Projektreise ins Land der Rosenkinder abzugleichen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die bestehenden Projekte für die Kinderpatenschaften mit dem Lions Club Alugama/Bentota hervorragend laufen und von der Anzahl der Kinder über heute schon zwanzig kurzfristig weiter ausbaufähig sind. Die Sonderunterrichte im Children Home in Balapitija sind herausragend im Vergleich mit anderen Einrichtungen und sollen auf dem Niveau langfristig fortgeführt werden. Dieses Konzept und die Vorgehensweise könnte auch auf weitere Häuser im Lande ausgedehnt werden. Das angedachte neue Sonderprojekt für eine Begabtenförderung aus allen 17 Einrichtungen des All Buddhist Centers wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in die Realisierung gehen. Ein weiterer Schritt „Rosenkinder“ im Sinne der Ziele unseres Vereins in der unmittelbaren und langfristigen Förderung von insbesondere begabten Kindern aus ärmlichen Verhältnissen. Für diese neuen Herausforderungen sind zusätzliche Gelder, Mittel oder auch neue Mitglieder erforderlich. Insofern wird sich die Vereinsarbeit in diesem Jahr auch auf die Rekrutierung neuer Mitglieder zur Finanzierung der neuen Vorhaben konzentrieren. Hierzu möchte ich abschließend die stets interessierten Vereinsmitglieder um tatkräftige Unterstützung bitten. In diesem Zusammenhang kann dieser Bericht gerne auch an Dritte weitergegeben werden. Dieter Kaske Uetersen, den 07. April 2010