Der Verein “Rosenkinder” lebt

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Was machen eigentlich die Rosenkinder? Die UeNa haben nachgefragt.
Von Dieter Kaske

Uetersen/Beruwela. Auch nach mehr als drei Jahren erinnern sich sicherlich noch viele an den schrecklichen Tsunami in Süd-/Ostasien Weihnachten 2004. Vielleicht in diesem Zusammenhang auch an die Tsunami-Projekte „Helft Noble“ und „Ein Boot für Sri Lanka“, die von Uetersen aus gestartet wurden.

Im Zusammenhang mit der Kunst- und Kulturwoche „Tsunami-Begegnungen“ im Herbst 2006 in der Kleinen Stadthalle tauchte dann der Verein „Rosenkinder“ erstmalig auf. Eine Fördergemeinschaft für hilfsbedürftige Kinder in Sri Lanka, die im Herbst ebenfalls gegründet wurde. Mehr als 2000 €Euro Überschüsse aus den „Tsunami-Begegnungen“ waren neben den Mitgliedsbeiträgen ein solider Grundstock für den neuen Verein, um mit der Hilfe für die Kinder in Sri Lanka zu beginnen. Doch wer sind nun die „Rosenkinder“, und was leistet der Förderverein konkret für die hilfsbedürftigen Kinder in Sri Lanka?

Die „Rosenkinder“ sind zehn Kinder/Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren, die unter der Regie des Lions-Clubs Aluthgama/Bentota von Lehrern, buddhistischen Mönchen und auch von öffentlichen Stellen ausgewählt wurden. Die acht Mädchen heißen Dilhani, Samanthi, Nishani, Thilangi, Maduwanthi, Dilushika, Dilshani und Shanika, die beiden Jungen Harsha und Udara. Sie haben alle etwas gemeinsam, sie sind hochbegabt, kommen aber aus armen und ärmsten Familien. Vielfach lebt ein Elternteil nicht mehr – auch durch Tsunami-Einflüsse.

Ohne fremde Hilfe wäre ihnen – trotz persönlicher Qualifikation – der Weg in die Zukunft wie zu weiterführenden Schulen versperrt. Die zehn „Rosenkinder“ erhalten seit Anfang des Jahres monatlich rund sieben Euro€ durch die Finanzverwaltung des Lions-Clubs. Das Geld ist bestimmt für Unterrichtsgebühren, Schulkleidung, Schulbücher, Fahrtkosten, speziellen Förderunterricht und Verpflegung. Zusätzlich wird ein kleiner Kapitalstock für die Kinder für unvorhergesehene größere Investitionen oder kleine Katastrophen aufgebaut.

Die Hilfe aus Uetersen beschränkt sich aber nicht auf die zehn „Rosenkinder“. Das Anula Wijerama Children Home, ein Waisenhaus für Mädchen in Balapitiya, wird ebenfalls durch den neuen Förderverein unterstützt. 34 Mädchen im Alter von 2 bis 17 Jahren sollen eine spezielle und persönliche Unterstützung erhalten. Die Mädchen müssen mit Erreichen des 18. Lebensjahres das Haus verlassen. Sie stehen dann bildlich gesprochen auf der Straße. Darauf sollen sie mit gezielten Maßnahmen vorbereitet werden.

Dafür wird der Verein verschiedenste Ausbildungsmaßnahmen, wie Englischunterricht, Ausbildung an der Nähmaschine, Computerkurse, aber auch musische Dinge finanzieren. Selbst ein Unterricht in Deutsch verbunden mit der Möglichkeit eines späteren Aupair-Aufenthaltes in Deutschland sind denkbar. Die finanzielle Abwicklung und Kontrolle erfolgt auch in Zusammenarbeit des „All Ceylon Buddhist Congress“ in Colombo, der insgesamt 16 Waisenhäuser in Sri Lanka verwaltet. Baulich ist das Waisenhaus – auch durch Hilfsgelder verschiedenster Hilfsprojekte – in einem sehr ordentlichen Zustand. Aber es fehlt Geld für den laufenden Unterhalt des Hauses und insbesondere für die Förderung der Kinder. Acht Eurocent pro Kind und Tag sind selbst in Sri Lanka sehr, sehr wenig Geld. Dafür ist eine altersgerechte und insbesondere ausgewogene Ernährung nicht möglich. Zahlreiche Essenspenden von Einheimischen, aber auch von Touristen lindern den Notstand regelmäßig.

Nilani Samanmalee, die Leiterin des Waisenhauses und ihre Helferin Sanjiwani, schaffen es seit mehr als sieben Jahren schon, den Kindern das Elternhaus zu ersetzen. Eine sehr persönliche und liebevolle Stimmung prägt das Leben im Waisenhaus. Für nur 23 Euro pro Monat – das ist selbst für Sri Lanka nur ein Hilfsarbeiterlohn – sind der Lohn dafür. Ein Komitee vor Ort unterstützt die beiden Frauen bei der Verwaltung, aber insbesondere bei der Wiedereingliederung nach Verlassen der Einrichtung. Dazu gehört die Jobsuche genauso, wie die des Vermittelns einer Bleibe und dann und wann auch das Arrangement einer Hochzeit. Eine spezielle Qualifizierung hat es bisher nicht gegeben. Dafür sorgt jetzt der in Uetersen gegründete Verein. Dieser wundervolle Anlass wurde am Vollmondtag im Januar gefeiert.

Der Autor dieses Berichtes, ist Initiator der Uetersener Tsunami-Hilfe für Sri Lanka und des Projektes „Rosenkinder“. Er war im Januar zu Besuch in Sri Lanka und hat die Gründung des Vereines somit vor Ort miterlebt. „Wir erhielten einen bewegenden Empfang. Ein gemeinsames Essen wurde organisiert und vor Ort gekocht. Die Kinder wünschten sich Nudeln mit Fisch und Eis. Dem sind wir gern nachgekommen. Außerdem haben wir drei Musiker engagiert. So wurde gemeinsam gesungen, geklatscht und getanzt. Stunden, die im Fluge vergingen und die Kinder ein wenig von ihrem schweren Schicksal abgelenkt haben und uns bestätigten, auch diese Maßnahme ist richtig und kommt bei den Richtigen an“, erzählt der in Uetersen Lebende begeistert.

Wer mehr über diesen Verein erfahren möchte, kann sich mit Dieter Kaske unter der Telefonnummer 04122/54624 in Verbindung setzen. Internet: https://www.rosenkinder.org

Quelle: http://www.kn-online.de/news/regional/pinneberg.htm/2128888