Vision und Umsetzung

Wie alles begann

Noble mit seiner Frau Thelse

Der Verein „Rosenkinder“ – Fördergemeinschaft für Kinder in Sri Lanka e. V. ist entstanden aus einem privat finanzierten und organisierten Tsunami Projekt. Wir erinnern uns, auch Sri Lanka war durch die Katastrophe am 26. Dezember 2004 ein schwer betroffenes Land mit ca. 35.000 Toten, über eine halbe Millionen Obdachlosen und unendlich vielen Betroffenen. Begründet durch eine Freundschaft zu einem singhalesischen Künstler startete Dieter Kaske – jetziger Vorstandssitzender der „Rosenkinder“ – ein kleines privates Tsunami Projekt Anfang 2005. Das Projekt und der Kreis der privaten Spender wurde in der Umsetzung so groß und der Erfolg so nachhaltig, dass aus dieser Initiative heraus am 8. August 2006 der Verein „Rosenkinder“ gegründet wurde.

Was ist die Vision?

Der Verein „Rosenkinder“ fördert als „Hilfe zur Selbsthilfe” Bildung für Kinder und Waisen in Sri Lanka. Vorzugsweise in strukturschwachen Gebieten – d. h. abseits der privilegierten Touristenregionen – erhalten Kinder mit persönlicher Begabung aus minderbemitteltem Elternhaus oder bei sozialen Krisen die Chance für eine individuelle Förderung, für die Fortführung der Schulausbildung oder eine spezielle Schulausbildung oder gar für ein Studium. Insbesondere Familien mit vielen Kindern oder Mädchen, die aufgrund der gesellschaftlichen Strukturen oftmals benachteiligt werden, erhalten diese spezielle Chance auf Ausbildung.
Neben der Förderung von Kindern/Jugendlichen im Familienverbund ist die kollektive Unterstützung von Kindern, vorwiegend Waisen, ein weiteres wesentliches Element der Vereinsförderung. Hierbei handelt es sich um spezielle schulische Ausbildungsmaßnahmen in den Waisenhäusern während des Aufenthalts. Diese Maßnahmen ergänzen die allgemeine schulische Ausbildung in verschiedenen Disziplinen vor Ort. Die Kinder bzw. Jugendlichen werden nach individueller Begabung auf die Zukunft außerhalb des Waisenhauses vorbereitet. Zusätzlich werden Waisenmädchen in einem „Rosenkinder“ Hostel betreut, die so die Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung haben. Denn oft bleibt den Mädchen nach dem Verlassen des Waisenhauses mit Erreichen des 19. Lebensjahrs nur ein ungeschütztes Eintauchen in die Gesellschaft. Dies kann auch verbunden sein mit einer Zwangsheirat bis hin zum Abrutschen in die Prostitution. Bildung oder Beruf ist der beste Weg zur Integration zurück in die allgemeine Gesellschaft.
Unsere Maßnahmen werden möglichst einfach organisiert, sollen direkt und nachhaltig wirken. Alles geschieht 100 % ehrenamtlich. Das gilt für die Verwaltung hier in Deutschland, aber insbesondere auch für die Verwaltung und Steuerung der Projekte und Maßnahmen in Sri Lanka. Verwaltungskosten von nur 2 bis 3% sind der Beleg dafür. Alle Vereinsmittel werden sicher, unmittelbar und für jeden nachvollziehbar im Sinne des Vereinszwecks eingesetzt. Dazu dienen auch die regelmäßigen jährlichen Besuche des Vorstands in Sri Lanka zur Kontrolle und Kontaktpflege. Auch Vereinsmitglieder reisen seit einigen Jahren mit nach Sri Lanka und bekommen vor Ort einen Eindruck von den Projekten der „Rosenkinder“.

Wie gehen wir vor?

Natürlich kann der Verein die konkrete Hilfe bzw. die Projekte in Sri Lanka nicht selber organisieren und überwachen. Daher bestehen Kooperationen in Sri Lanka mit anerkannten humanitären Organisationen. Bei unserer Vereinsreise im Februar 2019 ehrten wir unsere Helferinnen und Helfer beim Rosenkinder Day. Die Organisationen sind zum einen der Lions-Club Aluthgama/ Bentota und zum anderen der All Ceylon Buddhist Congress (ACBC). Der Lions Club ist international und so auch in Sri Lanka „helfend“ tätig. Der ACBC ist der buddhistische Dachverband für humanitäre Hilfen und Verwaltung u. a. für 17 Waisenhäuser in Sri Lanka.

Aktuell erhalten rund 60 Kinder in Kooperation mit dem Lions-Club Aluthgama/ Bentota eine regelmäßige dauerhafte finanzielle Hilfe. Die vom Verein geförderte finanzielle Beihilfe für die „Rosenkinder” dient für Auslagen im Zusammenhang mit dem Schulbesuch wie z. B. Schulgeld, Lehrmittel, Schuluniformen, Schulverpflegung, evtl. Förderunterricht, Fahrgelder und es wird eine Rücklage aufgebaut für Notsituationen oder evtl. weitergehende Maßnahmen. Die Auszahlung dieser Rücklage erfolgt zum Ende der Förderung. Einige Kinder haben auch den Übergang zu einem Studium geschafft und werden im Bedarfsfalle natürlich weiter gefördert. Der Lions Club übernimmt die Administration der Förderung und die Kontrolle für die jeweils sechsmonatigen Förderperioden. Außerdem gibt es Ansprechpartner zwischen den geförderten Kindern und dem Lions Club für eine regelmäßige Kommunikation und auch Erfolgskontrolle der schulischen Entwicklung. Auch ein Ausschluss von Kindern aus dem Förderprogramm z. B. bei nicht regelmäßigem Schulbesuch bzw. Verweigern von Prüfungen kommt in Einzelfällen vor.

Unter Verwaltung und Kontrolle des All Ceylon Buddhist Center (ACBC) werden als kollektive Maßnahme im Anula Wijerama Childrens Home „Waisenhaus“ in Balapitiya seit 2007 Sonderunterrichte angeboten und finanziert. Zwischen 30 und 40 Mädchen im Alter von 6 bis 19 Jahren erhalten an sechs Tagen in der Woche Englisch-, Mathematik-, Naturwissenschaften- sowie Musik- und Tanzunterricht. Diese Sonderunterrichte werden von Lehrer/innen am Nachmittag durchgeführt. Diese bekommen dafür ein geringes Entgelt und sind allgemein in staatlichen oder privaten Schulen oder Lehreinrichtungen tätig. Außerdem finanzieren wie an 3 Tagen in der Woche eine Hausarbeitenhilfe. Das hat sich insbesondere als sinnvoll heraus gestellt. Die Tätigkeiten bzw. die tatsächliche Durchführung der Sonderunterrichte werden wiederum durch den ACBC kontrolliert. Ein ehrenamtliches Komitee des Childrens Home kümmert sich um die Organisation und die Betreuung der Mädchen vor Ort.

Seit Herbst 2013 läuft ein weiteres Projekt in Zusammenarbeit mit dem ACBC. In Panadura wurde ein zentrales „Rosenkinder“ Hostel eingerichtet. Der Verein „Rosenkinder“ hat sich mit 3.500 Euro an den Bauarbeiten zur Herstellung eines separaten Ausbildungs- und Wohnbereichs beteiligt. Hier werden für zwei Ausbildungsgänge im Jahr je 10 Waisenmädchen untergebracht und betreut. Diese können dann im angrenzenden staatlichen Ausbildungszentrum einen anerkannten Abschluss in 4 Ausbildungsberufen erlagen. Dies sind: Kosmetik, Haardressing, Schneidern und Qualitätskontrolle in der Nähindustrie. Der besondere Clou ist, allen Mädchen mit Ausbildungsabschluss wird eine Festeinstellung garantiert. Der Besuch des staatlichen Ausbildungszentrum ist frei, alle laufenden Unterbringungskosten für die Waisenmädchen übernimmt unser Verein.

Außerdem wird eine anerkannte Tanzschule in der Nähe von Kandy vom Verein „Rosenkinder“ unterstützt. Von speziell gespendeten Geldern einzelner Mitglieder oder Förderer werden Tanzkostüme und Instrumente für den Tanz-Unterricht und für Vorführungen gekauft. Außerdem haben wir als Ersatz für einen kaputten Betonfußboden einen muskel- und sehnen-schonenden Holzschwingboden für die rund 60 jungen Tänzer und Tänzerinnen finanziert. Zuletzt haben wir uns auch an der Dachreparatur maßgeblich beteiligt, weil durch „wilde Affenbanden“ das alte Dach so stark beschädigt wurde, dass der neue schöne Fußboden durch eindringenden Monsun-Regen gefährdet war. Diese vielfältige Unterstützung ermöglicht der Tanzschule, den Unterricht weiter kostenlos den Kindern aus der ärmeren ländlichen Region anzubieten. Die Tanzschule wird familiär geführt und hat sich insbesondere auch der Erhaltung alter Tanztraditionen verpflichtet. Dem Verein „Rosenkinder“ ist auch die Wahrung von Kultur ein wichtiges Anliegen.

Daneben beteiligen oder finanzieren wir voll immer wieder einzelne sinnvolle und nachhaltige Projektvorhaben. Da wären zu nennen:

  • die Einrichtung einer Day-School-Klasse in Colombo für behinderte Kinder
  • die Einrichtung einer Bibliothek in der Dorfschule in Kalawila
  • die Unterstützung von jungen schwangeren Müttern und deren Babys für 15 Monate mit ärztlicher Unterstützung und Lebenshilfe, sowie einem Lebensmittelpaket jeden Monat
  • die Ausstattung von besonders hilfsbedürftigen Schulkindern mit Schuhen, Rucksäcken und sogar Unterwäsche bzw. Stoff für Schuluniformen

Ein weiterer Ausbau unserer laufenden Fördervorhaben oder die Suche neuer Vorhaben kann weiter erfolgen. Allerdings nur, wenn dies über Spenden oder Mitgliedsbeiträge dauerhaft gesichert ist. Jegliche Förderung der „Rosenkinder“ ist langfristig bzw. nachhaltig ausgelegt und muss insofern auch langfristig durch kontinuierliche Einnahmen gesichert sein.